Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt
17.02.2018 - Zlin/Tschechien
Stadion Letna
3.024 Zuschauer
Synot Liga


FC Zlin - AC Dukla Prag 1:1

Fußballspiele im Februar bedeuten oft einen guten Übergang in den Frühling, wo auch schließlich im Amateurbereich wieder die Rückrunde feierlich eröffnet wird. Fast schon traditionell konzentriert man sich daher um diese Jahreszeit auf die Nachbarländer, die meistens Anfang/Mitte Februar aus dem Winterschlaf erwachen!

Nach meinem prüfenden Blick auf den Spielplan konnte relativ schnell auch mein Mitfahrer Matthias überzeugt werden, den FC Zlin in der höchsten Spielklasse Tschechiens einen Kurzbesuch abzustatten.

Dank der schnellen Zusage meines geschätzten Kollegen hatte ich nun die Nebenaufgabe, eine Presseakkreditierung zu organisieren - in diesem Fall mit Erfolg! Bereits einige Tage vor dem Spieltag kam die positive Nachricht, dass wir beide uns nicht nur den Eintritt ersparten, sondern zusätzlich in den Genuss kamen die Partie hautnah mitzuerleben neben dem heiligen Rasen!

Nach einem guten Frühstück meinerseits ging die entspannte Autofahrt um elf Uhr los, denn der Treffpukt in Drasenhofen lag direkt an der Grenze zu Tschechien - dem Heimatort meines heutigen Mitfahrers. Ab dem Zeitpunkt wurde außerdem entschieden die Bundesstraßen nach Zlin zu nehmen und uns einiges an Geld zu sparen - Stichwort: 10 Tages Vignette um knappe zwanzig Euro...

Obwohl wir aus diesen Grund knapp zwanzig Minuten mehr Fahrzeit einplanen mussten, sparte man sich im Endeffekt sogar einige Kilometer laut dem verlässlichen Navigationsgerät! Überpünktlich kam man trotzdem in der mährischen Stadt Zlin an, die insgesamt 75.000 Einwohner zählt und für die Industrie bekannt ist. Von den kulturellen Punkten her gab es nicht allzuviel zu sehen, daher lag der Schwerpunkt eindeutig im fußallerischen Bereich:

Dank oder gerade wegen unserer pünktlichen Ankunft fünfzig Minuten vor Anpfiff ergatterte man sich einen sehr guten Parkplatz in der unmittelbaren Nähe der Haupttribüne - die unser erstes Ziel sein sollte. Nach den ersten Fotos holte man sich dort rasch das typische Kuvert ab, wo unsere Pressekarten sorgfältg bereit lagen um uns den Eintritt zu gewähren!

Das Stadion Letna liegt direkt im Herzen des Stadtzentrums und konnte in meinem Geburtsjahr 1993 eröffnet werden. Nach der Renovierung 2006 baute der Klub sich zusätzlich eine weitere Tribüne womit man neben der Haupttribüne jetzt insgesamt auf jeder Seite zusehen kann - zu 75% überdacht! Nur die Seite hinter dem Tor ist zwar für Gästefans reserviert und ohne Überdachung, darüber aber später im Laufe des Berichts mehr.

Der FC Zlin gründete sich im Jahr 1919 und setzt seitdem auf die Vereinsfarben gelb-blau, was im Vereinslogo und in den Heimtrikots natürlich perfekt erhalten ist. Nach vielen Namenswechseln im Laufe der vielen Jahre gelang tatsächlich erst vor kurzem eine der größten Vereinserfolge der Geschichte:

Nach dem zweiten Gewinn (nach 1945) des tschechischen Pokals qualifizierten sie sich automatisch für die Gruppenphase der Europa League und durften somit erstmals internationale Erfahrung sammeln - es gelang zwar nur ein Punkt, dennoch wird man vorallem im finanziellen Bereich sehr zufrieden sein. Ausgetragen wurden diese Heimspiele allerdings im nahgelegenen Olmütz, die eine taugliche Infrastruktur aufweisen.

Bis kurz vor Spielbeginn wärmten wir uns im angenehm beheizten Pressebereich auf, bevor es endgültig in die Kälte gehen sollte. Zu meiner persönlichen Überraschung verteilten sich die restlichen Pressefotografen nicht hinter dem Tor oder auf Höhe der Eckfahne, sondern komplett verteilt auf der Längsseite! Dennoch wartete ein hitziges Duell der beiden Tabellennachbarn und Mittelständler der Tabelle...

Zum Spiel: Der Auftakt gestaltete sich sehr zäh, aber dennoch sah man den Willen unbedingt einen Treffer zu erzielen aufgrund er vielen Abschlüsse in Richung des Gehäuses. Gelingen sollte dies erst in der spannenden zweiten Hälfte, denn nach einem vergebenen Strafstoß der Heimischen gingen die Gäste aus Prag nach einem feinen Spielzug in Führung!
Die zwölf mitgereisten Fans feierten dies sehr ausgelassen, nur um cirka zehn Minuten später doch den etwas bitteren Ausgleich zu kassieren. Sehr emotional gestaltete sich zusätzlich die Schlussphase als das runde Leder wieder im Tor lag zum vermeintlichen 2:1 der Gäste - in der 91. Minute! Leider wurde der Treffer durch Abseits aberkannt, zeigt aber die hartumkämpfte Partie der beiden Mannschaften.

Mit diesem Remis verweilen sowohl Zlin als auch Dukla Prag im sicheren Mittelfeld - kämpfen sie weiterhin mit dieser positiven Grundeinstellung, ist ihnen eine ruhige Rückrunde fast sicher.

Das Highlight war wie schon oben erwähnt der Gästeblock des Dukla Prag, die tatsächlich mit zwölf Mann (handgezählt!) in das Letna Stadion eintraten und sogar wussten Stimmung zu erzeugen in einer gewissen Lautstärke. Die Bildergalerie zeigt an dieser Stelle den Torjubel und die Leidenschaft den im wahrsten Sinne des Wortes "zwölften Mannes".. ;-)

10.02.2018 - Linz/Oberösterreich
Sportpark Auwiesen
25 Zuschauer
Testspiel


ASKÖ Blaue Elf Linz - Union Ansfelden 0:5

Abgesehen von der wieder kürzlich erwachten österreichischen Bundesliga tut man sich Mitte Februar noch sehr schwer, um halbwegs gute oder ansehnliche Fußballspiele zu finden - zu tief stecken die restlichen Vereine noch im Winterschlaf. Dennoch wird diese Phase bei den Klubs oft genutzt, um das ein oder andere Testspiel auch auf fremden Rasen zu bestreiten!

Genau an dieser Stelle lag der Ansatz von
Brucki und meiner Wenigkeit. Nach der informativen Nachricht meines heutigen Mitfahrers willigte ich mit vollster Überzeugung ein, diesen Tagesausflug erfolgreich zu bewältigen.

Bereits um 7:10 war daher für mich Tagwache, bevor es nach einem schnellen Frühstück zum Treffpunkt ging. In den Süden von Linz dauerte unsere verhältnismäßig kurze Fahrt etwas mehr als 1,5 Stunden, dennoch war der Verkehr flüssig und wir fuhren nicht alleine in diese Richtung...später aber dazu mehr.

Dank der rätselhaften Ansetzung erfolgte die erste Partie schon um zehn Uhr am Vormittag - eine sehr frühe Zeit für ein Fußballspiel, aber für uns längst kein Problem mehr. Gespielt wurde auf einer Anlage, über die man das ein oder andere berichten kann:

Der sogenannte "Sportpark Auwiesen" hat eine Fläche von 25.000m² und gilt für Menschen in jeder Altersklasse - egal ob Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene. Neben dem Natur- und Kunstrasen stellte der Betrieb weitere Plätze auf, darunter Beachvolleyball, Basketball und sogar Tennishallen!

Eine gute Werbung dürfte übrigens der dort bekannte Kletterpark sein, der sich einen Namen gemacht hat als größte weltcuptaugliche Indoorkletterhalle Österreichs mit stolzen 2.400m². Trotz dieser beeindruckenden Fakten ging es dennoch zum Kunstrasenplatz, der von zahlreichen Vereinen jeden Winter genutzt wird um die Fitness der Spieler zu prüfen oder neuen Spielern einzuarbeiten..

In der heutigen Paarung traf der ASKÖ Blaue Elf Linz auf den haushohen Favoriten aus Ansfelden, die eine eher kurze Anreise in die symphatische Landeshauptstadt hatten.

Die Union Ansfelden spielt nach der abgeschlossenen Hinrunde im sicheren Mittelfeld der Bezirksliga Ost mit, während die "originalen" Linzer von Blaue Elf um den Klassenerhalt der ersten Klasse Mitte bangen muss. Genau deshalb gilt es sich wieder einzuspielen und Spielpraxis zu sammeln, um in der kommenden Rückrunde noch einige Punkte wettzumachen!

Eine Tribüne oder sonstige Besonderheiten sind hier leider nicht zu finden, erfüllen aber für viele Vereine ihren unkomplizierten Zweck: Fußball zu spielen auf einem gut angelegten Kunstrasen. Bei der gemütlichen Umrundung unter kühlen Temperaturen fiel lediglich ein kleiner Neubau auf, der als moderne Kabine für die Mannschaften genutzt wurde, ansonsten lag unser Schwerpunkt sich auf den Test der 22 Spieler zu konzentrieren.

Zum Spiel: Wahrlich schmeichelhaft begann die Partie mit zwei verwandelten Strafstößen zu Gunsten der Gäste, was den Trainer auf der Gegenseite natürlich zur absoluten Weißglut brachte. Trotz seiner lautstarken Kritik ließ sich der offenbar (?) konzentrierte Schiedsrichter nicht ein einziges Mal auf die Provokationen ein und bewahrte fast heldenhaft die Ruhe!
Am Ergebnis sollten die beiden Elfmeter aber wenig am Spielverlauf ändern, denn die "Gäste" aus Ansfelden nahmen das Testspiel weiterhin ernst und machten als Draufgabe drei weitere Treffer zum schlussendlich hochverdienten 0:5 Endstand.

Die spielerische Klasse zeigte sich doch sehr deutlich, dennoch dauert es noch einige Wochen bis zum Rückrundenstart der beiden Mannschaften - viel Glück auch von mir an dieser Stelle!

Um uns zwischendurch ein wenig aufzuwärmen wurde zustätzlich die Halbzeitpause dazu genutzt, eine örtliche Bäckerei zu besuchen um neben einer Mehlspeise auch einen heißen Kaffee zu bestellen - mit 100%igen Erfolg. Das freundliche Personal und die fast familäre Atmosphäre gestaltete den kurzen Abstecher als eines der kleinen Highlights am Vormittag, die den Tag entscheidend prägen!

Kurios: Auf dem Weg nach Linz kam plötzlich aus dem Nichts ein Autofahrer, der sich verdächtig nah an mein Heck des Wagens heransaugte. Wie man kurz darauf feststellte war es niemand geringerer als
Andreas, der mit seiner Anhängerschaft auf dem Weg zum großen FC Bayern München war, um den deutschen Rekordmeister kämpfen und schlussendlich siegen zu sehen! ;-))

10.02.2018 - Linz/Oberösterreich
ABC ASKÖ Bewegungscenter
20 Zuschauer
Testspiel


SK Admira Linz - ASKÖ Doppel-Hart 4:2

Vom Sportpark Auwiesen ging unser Weg weiter zum zweiten und letzten Vorbereitungsspiel unseres Ausfluges. Wie auch schon am Vormittag handelte es sich um eine Sportanlage die keinem Fußballverein offiziell gehört, sondern als Vorbereitung im Winter optimal für Testspiele genutzt wird!

Bei unserer pünktlichen Ankunft wurde das Auto erstmal auf dem fast vollständig ausgelasteten Parkplatz hingestellt, ehe man auf das ASKÖ Bewegungscenter (kurz ABC) einen genaueren Blick werfen konnte. Auf deren
Homepage stehen einige Infos, die ich dem Leser nicht vorenthalten möchte:

Nach der offiziellen Eröffnung 2006 als mulitfunktionale Sportstätte kann man sich hier hervorragend auf künftige Aufgaben vorbereiten. Direkt am Fuße des bekannten Pöstlingberg steht diese Anlage für Erfolg und ausgezeichneten Service wenn man sich genauer damit auseinandersetzt!

Während sich Vereine hier eine Unterbringung bis zu 22 Gästebetten (!) sichern können, gibt es mit einem Fitnessraum, einer Sauna und Kegelbahnen ausreichende Möglichkeiten am Teambuilding zu arbeiten oder am Kunstrasenplatz zusätzliche Trainingseinheiten nach Vereinbarung zu absolvieren.

Weiters kann man von großen Seminarräumen bis zu 190m² Gebrauch machen für spezielle Veransatltungen - sei es eine einfache Feier oder wichtige Meetings, die hier abgehalten werden können. Ein großer Pluspunkt ist hier auch das Restaurant, dass dem heutigen modernen Standard entspricht und ein angenehmes Amiente geschaffen hat - inklusive uns!

Der Kunstrasenplatz selbst gab insgesamt einige positive Überraschungen her. Während es sich die meisten Zuschauer auf der unüberdachten Tribüne auf der Längsseite (hinter einem Netz) gemütlich machten, sah man mit dem geschulten Auge genauer hin und entdecke einige positive Aspekte:


Bei schönen Wetter hat man von diesem Blickpunkt aus eine nahezu perfekte Sicht auf den Pöstlingberg, der inklusive der auffälligen Wallfahrtskirche genau gegenüber liegt und scheinbar über das Trainingszentrum thront. Geht man auf die andere Längsseite wartet für Fußballromantiker ein besonderes Juwel, dass auch mich wirklich staunen ließ!

Eine verlassene Tribüne mit heruntergekommenen Betonstufen zeigte uns persönlich, wie sehr der Zahn der Zeit an einem nagen kann. Seit wann es diesen ganz speziellen Teil hier schon gibt liegt in den Sternen, dennoch muss es nach unserem Lokalaugenschein schon an die 40, wenn nicht sogar noch längere Zeit her sein. Bleibt nur zu hoffen, dass man sich eines Tages mal nicht entschließt dieses schöne Stück abzureißen oder gar zu ersetzen...

Zum Spiel: Die Partie konnte man für den SK Admira Linz fast schon als Heimspiel bezeichnen, weil die eigene Sportanlage einen Steinwurf (im wahrsten Sinne des Wortes) entfernt lag.
Dennoch fühlten sie sich in der Favoritenrolle wohl und zeigten nach dem 1:1 Halbzeitstand eine anständige Leistung gegen den Bezirksligisten aus Doppel-Hart. Mit einem 4:2 Sieg ließen sie nichts anbrennen und können den Testlauf auf neutralen Boden positiv abschließen!

Als Abschluss  entschieden wir uns nach kurzer Rücksprache, den Ausflug mit einer kulturellen Besichtigung vom Pöstlingberg zu beenden die uns nur teilweise gelingen sollte.

Aufgrund des trüben Wetters war es uns nicht vergönnt, das ganze Ausmaß vom Ausblick zu sehen - dennoch kann ich an dieser Stelle festlegen, dass auch dieser Punkt bald erledigt sein wir! Nämlich bei wolkenlosen Himmel und einer umso schöneren Sicht auf Linz und deren Zentrum..

04.02.2018 - 14. Bezirk/Wien
Allianz Stadion
25.600 Zuschauer
Bundesliga


SK Rapid Wien - FK Austria Wien 1:1

Mein erstes Wiener Derby erlebte ich noch im alten Stadion vom SK Rapid Wien, bevor der Verein entschied es endgültig abzureißen und mit der heutigen modernen Zeit Schritt zu halten. Nach der Fertigstellung des neuen Allianz Stadions im Sommer 2016 war es für mich als Groundhopper somit eine Pflicht, auch diesen Punkt erfolgreich anzugehen!

Mit meinem ehemaligen Arbeitskollegen und leidenschaftlichen Fußballfan Matthias ging es um 14:30 vom ausgemachten Treffpunkt aus gemeinsam weiter nach Wien, die Fahrzeit sollte laut Navi kurze 35 Minuten betragen. Der Verkehr gestalete sich als dementsprechend ruhig und angenehm, auch bei der Parkplatzsuche entschieden wir uns fatalerweise für ein Parkhaus, dass in der unmittelbaren Nähe vom Allianz Stadion lag- später dazu mehr.

Die gerade mal zehn Minuten Fußweg und ein kurzer Rundgang rund um das Vereinsgelände taten uns zeitlich nicht wirklich weh, weil dank meinem Mitfahrer die Tickets im Vorraus geschickt wurden - eine wichtige Entscheidung, denn mit 25.600 Zuschauern konnte man nur noch wenige freie Plätze erkennen!

Über die Vereinsgeschichte gibt es natürlich einiges zu erzählen. Neben 14x nationalen Pokalsiegen kann sich der Klub mit 32 Titeln österreichischer Rekordmeister nennen - eine durchaus respektable Zahl.

Sieht man allerdings etwas genauer hin fällt dem neutralen Beobachter auf, dass allein in den 28 letzten Jahren nur drei Meistertitel (!) gefeiert werden konnten (1996, 2005 und 2008). Für einen Rekordmeister ist dies nüchtern betrachtet eine sehr niederschmetternde Bilanz, dennoch gibt es auch andere interessante Aspekte:

Vom Zuschauerschnitt ist der SK Rapid Wien wohl das beste Aushängeschild des gesamten Landes, dass durch Skandale und Ausschreitungen auch seine Schattenseiten hat. In der Tabelle kämpft man nach der Seuchensaison hingegen wieder um das internationale Geschäft - weil erstmals die ersten beiden Endplatzierungen für die Champions League Qualifikation in Frage kommen, sollte das ein besonders ehrgeiziges Ziel sein.

Während die Gäste aus dem Favoritener Bezirk nach dem schwachen Herbst um den Anschluss kämpfen, war die Richtung der Heimischen klar vorgegeben: mit einem Heimsieg würden sie nicht nur erstmals im Allianzstadion voll im Derby gegen Austria Wien anschreiben, sondern auch in der Meisterschaft einen Schritt gut machen um den Zweitplatzierten gehörig unter Druck zu setzen im Laufe des Frühjahres!

Am Weg zu unseren Sitzplätzen sollte ursprünglich noch etwas Proviant eingekauft werden, da es mehr als genügend Angebote für die Zuseher gab. Leider trat an der Stelle dasselbe negative Manko wie im kürzlich besuchten
Gent auf: Man musste sich erst eine Karte beschaffen und diese aufladen, mit der man dann erst etwas kaufen konnte!

Mein Mitfahrer und meine Wenigkeit suchten daraufhin hinter dem Tor nach unseren offiziellen Sitzplätzen, die auch relativ rasch gefunden wurden. Ein sehr nettes Gespräch gab es im Laufe des Nachmittages mit meinen anderen Sitznachbarn, die laut eigenen Angaben aus extra aus Ungarn anreisten und offiziell Anhänger von Ferencvaros sind - schöne Grüße an dieser Stelle.

Nach dem Abspielen der Rapid Hymne sowie einer netten Choreographie auf beiden Fanlagern pfiff der Schiedsrichter die Partie überpünktlich um 16:30 an...

Zum Spiel: Obwohl die Partie am Rande des Abbruchs stand, konnten beide Mannschaften nicht den Fußball zeigen der sie eigentlich ausmacht. Einzig bei der Phase der beiden Tore im zweiten Durchgang schafften sie es eine Euphorie zu erzeugen, blieb aber am Ende trotzdem wirkungslos.
Bei der anschließenden Pressekonferenz zeigten sich beide Trainer mit dem Punkt zwar durchaus zufrieden, bringen tut dieser Zähler aber keinem der beiden Vereine etwas - ein eher verhaltener Auftakt in einer maximal durchschnittlichen Partie, die nur von dem Umfeld (den 25.600 gekommenen Fans) lebte!

Welche Eindrücke bleiben schlussendlich aus neutraler Sicht? Der SK Rapid Wien zeigt im Gesamtbild viel Licht und Schatten. Einerseits haben sie mit dem Bau eines neuen, modernen Stadions alles richtig gemacht und legen beim Thema "Zuschauerschnitt" weiterhin die Marschrichtung vor. Weiters spielen sie regelmäßig international und machen für das eigene Land dauerhaft enorm wichtige Punkt gut.

Auf der anderen Seite haben die Verantwortlichen über den Klub scheinbar nicht allzuviel zu melden, anders kann man das Verhalten nicht deuten.
Nach mehreren hohen Geldstrafen in der jüngeren Vergangenheit lernt es die Chefetage wohl noch immer nicht, denn wenn die gegnerischen Spieler wiederholt beschossen werden und diese mit von Regenschirmen (!!) geschützt werden müssen, läuft anscheinend einiges nicht gerade rund im internen Bereich.

Besonders die Szene mit zwei sogenannten "Flitzern" kurz vor Spielende sorgt meiner Meinung nach für einiges an Kopfschütteln - sowas kann zwar schon mal bei einem Landesligisten vorkommen, aber in der höchsten Spielklasse sollten die Sicherheitsstandards schon mehr als nur vorbildhaft sein!

Wiegesagt, es gibt im Endeffekt einiges zu berichten, positiv als auch vom kritischen Blickwinkel - aber dennoch im neutralen Rahmen. Nach Spielende ging es für uns schnell zurück zum Parkhaus wo uns noch einiges an Stress erwarete:

Knapp über eine Stunde (!) bewegten wir uns mit dem Auto nicht vom Fleck, vorläufiger Höhepunkt war dann das Absterben meines Autos - infolge der Batterie, die nach so einem Zeitraum natürlich den Geist kurzzeitig aufgab.

Dank der hilfsbereiten Starthilfe der anderen, wartenden und zum Teil frustrierten Fans war auch dieses Problem bald behoben ehe es nach diesem nervenaufreibenden Vorfall endgültig wieder in die Heimat ging - nach meinem persönlich 888sten besuchten Fußballstadion!

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