Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt

19.01.2020 – Dunajska Streda/Slowakei

Akademie
150 Zuschauer
Tipsport Cup/Gruppe C

Ground #1.192

 

DAC Dunajska Streda – MFK Skalica 0:1

                                      

Obwohl zu dieser kalten Jahreszeit der Winterschlaf im Fußball voll im Gange ist, gibt es wie immer Alternativen, um doch noch auf den grünen Rasen auszuweichen. Der tschechische Tipsport-Cup führte mich diesmal zum eingeladenen Gast aus dem slowakischen Dunajska Streda, die in der eigenen Akademie die Spiele der Gruppe C austrugen!

 

Diese große Chance wollten sich andere Groundhopper ebenfalls nicht entgehen lassen. Mit Andreas (Groundhopper Days) ging es schließlich gemeinsam nach Wien, um das Auto mit Andreas (stadionfotos.at) sowie Brucki (brucki.blogspot) vollständig zu füllen und die kurze Reise auf uns zu nehmen.

 

Vom Treffpunkt aus ging es über die Grenzortschaft Berg ohne Vignette in die Slowakei, wo man dem eingestellten Navi zum Zielort folgte binnen 1,5 Stunden. Schon während der Fahrt begleitete uns der unangenehme Regen bis zum Sportplatz, der auch dort sein Unwesen trieb bis zum Spielende!

 

Bereits im letzten Jahr stattete ich dem DAC Dunajska Streda einen Besuch im brandneuen Stadion ab, dass mich schon damals mit sehr guten Bildern und Erinnerungen beeindruckte. Die seltene Chance, in der eigenen Akademie die Kampfmannschaft im Bewerb zu sehen war der Aufwand am Sonntag Wert, um insgesamt zum 38sten Mal in der Slowakei offiziell anzuschreiben.

 

Mit Haube, Handschuhen und dem Regenschirm ausgestattet ging es für meine Mitfahrer und meiner Wenigkeit rechtzeitig vom Parkplatz auf das Vereinsgelände, dass ebenfalls erst vor kurzem eröffnet worden ist um einen zweistelligen Millionenbetrag.

 

Wie üblich kam das Nachbarland Ungarn für die finanziellen Kosten auf, die diese Stadt aufgrund der ungarischen Minderheit enorm unterstützen!

 

Insgesamt finden sich hier Kunstrasen- und Naturfußballplätze, die sogar eigene Tribünen aufwiesen - allerdings ohne einer Überdachung. Dennoch konnte man das Arial als absolut profitauglich bezeichnen, vor allem wenn man bedenkt das es ganz andere Infrastrukturen in diesem Land gibt wie ich aus eigener Erfahrung feststellte.

 

Als wichtigster Zufluchtsort durften die 150 anwesenden Zuschauer den beheizten Kantinenraum aufsuchen. Besonders der Kaffeeautomat machte ein ordentliches Geschäft angesichts der eisigen Temperaturen an diesem Sonntag!

 

Mit der 0:5 Auftaktniederlage gegen den Zweitligisten Zbrojovka Brno gab es für den DAC keinen allzu erfolgreichen Start in das alljährliche Turnier. Gegen den slowakischen Zweitligaklub aus Skalica gestaltete sich das Duell deutlich ausgeglichener, wie man am Ergebnis feststellte…

 

Zum Spiel: In einer eher unterdurchschnittlichen Partie dauerte es sogar bis zur Schlussphase, bis das entscheidende 1:0 für die Gäste fiel. Bis zu dem Zeitpunkt widmete ich mich hauptsächlich dem Fotografieren und der großen Hoffnung, nicht bis zum Schlusspfiff vollständig zu erfrieren was dank dem oben erwähnten Kantinenraum knapp gelungen ist!

 

Dank der zweiten Niederlage im zweiten Gruppenspiel dürfte das Abenteuer des Winterturniers so gut wie vorbei sein. Für uns hingegen eine perfekte Möglichkeit, die Talentschmiede im Rahmen eines Pokalwettbewerbs kennenzulernen und auch persönlich abzulichten für die Nachwelt.

 

Mit diesen kleinen Erfolg im Gepäck verabschiedeten wir uns nach Spielende wieder, um schnellstmöglich das eigene Auto aufzusuchen und den Heimweg geschlossen anzutreten – samt einer perfekt funktionierenden Heizung, um den Körper wieder etwas leben einzuhauchen…

11.01.2020 – Mlada Boleslav/Tschechien

Lokotrans Arena- Kunstrasen
100 Zuschauer
Tipsport Cup/Gruppe B

Ground #1.190

 

FK Varnsdorf – FC Hradec Kralove 1:1

                                      

Das Fußballjahr 2020 sollte bereits keine zwei Wochen nach Silvester wieder ganz langsam losgehen. Wie schon vor exakt zwei Jahren ging es nach kurzer Beratung mit Andreas (Groundhopper Days) zurück nach Tschechien zum Tipsport Cup, dem ersten Tagesausflug im neuen Kapitel!

 

Insgesamt entschied man sich für zwei Partien, die wir aufgrund der zeitlichen Ansetzung zu 100% stressfrei verfolgen konnten. Dennoch war das kleine Abenteuer mit dem „besten Freund des Menschen“ verbunden – nämlich den Wecker:

 

Die Abfahrtszeit lag diesmal um sechs Uhr in der Früh was mich dazu veranlasste, mindestens eine Stunde früher aufzustehen und das Frühstück zu genießen. Erst dann ging es zum ausgemachten Treffpunkt, um das heutige Ziel in Etappen anzusteuern.

 

Nach einem Tank- und Vignettenstopp fuhren wir auf direkten Wege nach Mlada Boleslav, einer Stadt im Mittelböhmen und rund vier Stunden von der Heimat entfernt!

 

Bereits 2018 hatte ich das große Vergnügen, das Stadion im Rahmen eines Meisterschaftsspiels gegen SK Slavia Prag live und sogar unten am Spielfeld zu verfolgen. Doch diesmal waren die Umstände ein klein wenig anders…

 

Der Wettbewerb „Tipsport-Cup“ wird in Tschechien seit 1998 ausgetragen, der sich mittlerweile zu einem recht beliebten Turnier entwickelte. Nahezu alle Profivereine aus der höchsten Spielklasse nahmen schon mal hier Teil, um sich mit der nötigen Ernsthaftigkeit für die anstehende Rückrunde vorzubereiten!

 

Vier Gruppen mit jeweils vier verschiedenen Standorten spielen mit, wobei auch schon Vereine aus Polen und der Slowakei eingeladen worden sind. Auch heuer ist mit DAC Dunajska Streda ein slowakischer Fußballverein zu Gast, der dieses Projekt mit Sicherheit begrüßt und mit einer Menge Motivation an die Sache rangeht.

 

Rund zwanzig Minuten vor dem Spielbeginn um 10:30 parkten wir uns am ausgelasteten Stadionparkplatz ein, um erstmal in der Nähe das nötige Kleingeld abzuheben. Eine Entscheidung, die uns nur wenig später den Tag rettete!

 

Wie so oft wird das Turnier auf dem Kunstrasen ausgetragen, in absoluter Reichweite vom Stadion selbst. Obwohl man mit keinerlei Erwartungen anreiste, gab es die ein oder andere große Überraschung:

 

Die etwa hundert anwesenden Zuschauer standen verteilt rund um das Spielfeld, wobei ein Ausschank gleich ins Auge fiel. Wie durch ein Wunder wurden hier die legendären Klobasa an die Zuschauer verkauft sowie Kalt– und Warmgetränke, um gegen das kalte Wetter gerüstet zu sein!

 

Mit der Kamera in der linken und der Klobasa auf der rechten Hand entwickelte sich ein relativ entspanntes Spiel zum Einstieg, in der sich zwei Zweitligisten gegenüberstanden. Einerseits der mir bestens bekannte FC Hradec Kralove (aktuell im Aufstiegskampf) als auch der FK Varnsdorf, die ich erst einmal auswärts bestaunen durfte.

 

Zum Spiel: In einer relativ ausgeglichenen Partie gab es zwar wenig Fouls, allerdings auch nahezu keine Emotionen. Als Fotograf beschränkte ich mich daher auf die Umgebung, um die schönen Wohnhäuser im Hintergrund perfekt in Szene zu setzen während sich die beiden Konkurrenten auf ein gerechtes 1:1 einigten!

 

Damit fehlt am Vereinsgelände in Mlada Boleslav nur mehr ein Sportplatz, der vermutlich von der Jugend oder der Zweitmannschaft genutzt wird. Dieser verfügt über eine recht gute Infrastruktur und erinnert an vergangene Zeiten – ob sich hier etwas ergibt in naher Zukunft, wird die Zeit sicherlich weisen.

 

Mit Schlusspfiff ging es schließlich ein Stück retour in Richtung Heimat, legten aber für das zweite Spiel natürlich einen kleinen Zwischenstopp ein…

11.01.2020 – Prag/Tschechien

Xaverov- Kunstrasen
150 Zuschauer
Tipsport Cup/Gruppe A

Ground #1.191

 

1.FC Pribram – FK Jablonec 3:1

                                      

Nur 35 Minuten dauerte die Fahrt vom Mlada Boleslav in den Randbezirk von Prag, wo einst der SC Xaverov sogar regelmäßig in der zweit- und dritthöchsten Spielklasse verweilte.

 

Seit der Auflösung der Kampfmannschaft im Jahr 2006 ist seitdem nur mehr die Jugend aktiv, die sich mittlerweile mit dem SK Slavia Prag die Anlage teilt und auf dem großen Vereinsgelände sogar die UEFA Youth League ausgetragen wird!

 

Keine zehn Minuten vor Anpfiff erreichten wir die angegebene Adresse und parkten mit all unserer Routine das Auto in der Nähe des Eingangs ein. Direkt am Vereinshaus vorbei stand ganz am Ende noch ein netter Sportplatz, wo schlussendlich dieser Bewerb stattfand und sogar Eintritt verlangt worden ist.

 

Um 60 Kronen (rund 2,50 Euro) bekamen wir als auch die Zuschauer eine schicke Eintrittskarte ausgehändigt, was den offiziellen Wettbewerb nochmals extra bestätigt. Kurz nach der Kassa befand sich allerding ein kleines Paradies:

 

Wie auch schon beim ersten Spiel setzte man hier noch einen drauf und gab eine Speisekarte in Auftrag, von der man in gewissen anderen Nachbarländern nur träumen kann. Neben der üblichen Klobasa standen mindestens fünf weitere Speisen zur Auswahl, die allesamt frisch zubereitet wurden!

 

Obwohl kein Fanklub aktiv gewesen ist, füllte sich die überdachte Tribüne auf der Längsseite ausgezeichnet. Etwa 150 Besucher befanden sich bei der Partie wobei man erwähnen muss, dass am Vormittag am gleichen Standort das kleine Prager Derby stattfand zwischen FK Dukla Prag und den FC Bohemians Prag.

 

Einziges Manko war dennoch die Freiheit des Platzes, die tatschlich nur für die Längsseite bestimmt gewesen ist. Gegenüber befanden sich diverse Fotografen als auch Kamerateams, die alle Partien live aufzeichnen und in diversen Streams verfügbar sind!

 

Neben den Standorten in Prag und Mlada Boleslav sind die beiden restlichen Gruppen im Normalfall quer im Land verteilt. Neben dem dritten Standort in Ostrava wird wie schon erwähnt der Gast DAC Dunajska Streda die eigene Akademie zur Verfügung stellen, die nebenbei erwähnt nächste Woche angefahren wird.

 

Im Duell der Gruppe A trafen diesmal zwei Erstligisten aufeinander. Während der 1.FC Pribram in akuter Abstiegsgefahr steckt, spielt der FK Jablonec eine ausgezeichnete Saison bis dato und finden sich im Meisterschaftsbetrieb sogar auf Rang 3 wieder!

 

Die Rollenverteilung war deshalb vor der Partie im Tipsport Cup klar verteilt – doch Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze…

 

Zum Spiel: Im Gegensatz zur Matinee ging es hier schon deutlich schneller zur Sache, was am Ende auch zu mehr Treffern führte. Lange Zeit hielten beide Mannschaften das Gruppenspiel offen, am Schluss waren es aber die Männer aus Pribram die Selbstvertrauen tanken und einen erfolgreichen Einstieg feierten!

 

Der frühe Ankick um 13:00 sorgte dafür, dass wir keine zwei Stunden später schon wieder im Auto saßen in Richtung Heimweg. Die frühe Ankunft wurde dennoch genutzt, um in der Heimat noch spontan ein Hallenturnier zu besuchen und somit Überstunden in Sachen Fußball zu machen, was den Tag perfekt enden ließ. Davon kann es schließlich nie genug geben…

30.12.2019 – Oswestry/Wales

Park Hall Stadium
391 Zuschauer
Premier League

Ground #1.189

 

The New Saints FC – Cefn Druids FC 2:1

                                      

Der letzte, volle Tagesablauf sollte wie immer mit einer Portion Schlaf und einem guten Frühstück zu einer angenehmen Uhrzeit beginnen. Erst danach checkten mein Mitfahrer und ich endgültig aus dem Hotel aus, um das fünfte und somit letzte Land der Insel zu besuchen!

 

Weil der Anpfiff beim Rekordmeister The New Saints erst um 19:45 erfolgte, hatte man erst recht viel Zeit für diverse Besichtigungen im Norden. 90 Minuten dauerte deshalb die Fahrt zur Conwy Castle, einer wunderschönen Burg in der unmittelbaren Nähe des Meeres.

 

Nur weitere dreißig Minuten entfernt befand sich die bekannte Zahnradbahn, die aber um diese Jahreszeit im Wintermodus war. Dafür ergab sich dafür eine andere Option:

 

Nach einer kleinen Wanderung auf einen Aussichtspunkt wurde die Stadt Wrexham in der Umgebung des Spielortes „entdeckt“ die zwar in Wales liegt, aber bekannterweise in England mitspielt.

 

Auch bei The New Saints FC kann man von einem ähnlichen Fall sprechen. 2003 entstand der Klub aus einer Fusion vom Llansantffraid FC sowie Ostwestry United, wobei der letztgenannte 1860 gegründet worden ist, offiziell in England liegt und zu den ältesten Fußballvereinen der Welt gehört.

 

In Wrexham angekommen parkte man sich wie immer im Zentrum ein, um das letzte Mal etwas Essbares zu finden. Im selben Atemzug fuhren wir beim örtlichen Stadion vorbei, was den Unterschied zwischen Wales und England schon recht deutlich machte im Vergleich.

 

Sehr spannend gestaltete sich vor allem die zweisprachige Benennung in nahezu allen walisischen Orten, Hinweisschildern oder Dingen, was vor allem an den komplizierten Namen liegt (Beispiel: englisch Recycle/walisisch Ailglychu)!

 

Irgendwann war es dann doch soweit, den walisischen Rekordmeister einen Besuch abzustatten und eine Stunde vor Anpfiff aufzutauchen. Diese Entscheidung sollte Gold wert sein, weil am offiziellen Parkplatz die letzten zwei Lücken frei gewesen sind bei unserer Ankunft.

 

Wie auch schon bei den Partien zuvor nahm der Klub meine Akkreditierung an, weshalb uns der Weg zuerst in die sehr große Kantine führte. Neben einer überdimensionierten Spielecke für Kinder konnte man es sich in der Mitte des Raumes auf den Lederbänken bequem machen oder sich etwas bestellen am Ausschank, der eine große Auswahl an Wimpeln zeigte!

 

Über die warme Kantine kam man als Zuschauer auf dem langgezogenen Balkon, wo sich ein Teil der nicht einmal 400 Zuschauern einen Stehplatz suchte. Der Rest verteilte sich wie im Unterhaus rund um das Spielfeld, wobei zwei Tribünen erwähnenswert sind…

 

Zum Spiel: Am Kunstrasen zeigte der Tabellenführer sowie der Mittelständler aus Cefn Druids eine unspektakuläre Vorstellung, die erst im späten zweiten Durchgang zu einem echten Fußballspiel wurde.

Die Führung des Underdogs konnte man als wirklich überraschend bezeichnen, die anschließend den Fehler machten auf Zeit zu spielen. Dies hatte zur Folge, dass der Lokalmatador in Minute 89. & 94. die Partie tatsächlich drehte und somit den Sieg holt!

 

Das wirkliche Highlight erfolgte jedoch bei der fünfstündigen Autofahrt zurück nach Edinburgh, um das Mietauto nachts am Flughafen abzugeben sowie auf unseren Flug zu warten:

 

Scheinbar trafen wir genau die richtige Raststation, um ursprünglich eine Pause zu machen. Am nahezu menschenleeren Parkplatz begegnete man nämlich einer großen, weißen Gans (!), die gemütlich umherspazierte und die wenigen Menschen versuchte zu bedrohen oder in einem Lieferwagen einzusteigen, der daraufhin fluchtartig die Raststätte verließ!

 

Ein wirklich krönender Abschluss für das Jahr 2019, dass nach der Mietwagen-Abgabe um 3:30 nachts und dem anschließenden Flug heim in bester Erinnerung bleiben wird. Und das nicht nur wegen der traumatischen Begegnung mit der englischen Gans…

29.12.2019 – Edinburgh/Schottland

Tynecastle Park
17.788 Zuschauer
Premiership

Ground #1.188

 

Heart of Midlothian FC –Aberdeen FC 1:1

                                      

Der vierte Tag dieser Tour sollte zugleich einer der nervenaufreibendsten werden. Zwischen dem Abflug vom nordirischen Belfast und dem Spielbeginn in der schottischen Hauptstadt lagen gerade einmal 3,5 Stunden – ein Zeitpolster, der nicht mehr viel Spielraum für andere Sachen zuließ!

 

Nach einem guten Frühstück im Hotel war es soweit auszuchecken und am Busbahnhof ein Ticket zum Flughafen zu besorgen. Dank oder gerade wegen der frühen Uhrzeit am Sonntagmorgen war nicht allzu viel auf den Straßen los was uns ermöglichte, ohne Zeitdruck das erste Ziel zu erreichen.

 

Über die Handyapp ersparten wir uns diesmal weitere unschöne Zusatzkosten, die uns auf direkten Wege zum Sicherheitscheck brachten. Wie schon beim ersten Flug wurde meinem Mitfahrer auch hier nicht nur diverse Kleinigkeiten aus der Sporttasche abgenommen, sondern durfte sich ähnlich wie beim Film Titanic mit den Händen ausbreiten, um erst recht genau durchsucht zu werden!

 

Erst nach diesem interessanten Schauspiel warteten wir die restliche Zeit ab und flogen überpünktlich und in weniger als dreißig Minuten (!) von Belfast nach Glasgow. Dort angekommen wartete bereits der Mietwagen auf uns, den wir nach den üblichen Formalitäten am angewiesenen Parkplatz abholten.

 

Auch auf der Insel ist bekannterweise der Linksverkehr ein Thema, der mich aber zu keinem Zeitpunkt vor Problemen stellte. Bereits in Malta kam ich mit diesen Verkehrsbedingungen erstmals und unfallfrei in Kontakt, dass auch nach dieser Tour so blieb und mir eine Menge Erfahrung in gefahrenen Meilen ansammelte!

 

Exakt eine Stunde dauerte die anschließende Autofahrt vom Flughafen Glasgow zum Tynecastle Park zu Heart of Midlothian FC, die um 14 Uhr ihr Heimspiel austrugen. Dank des kürzeren Fluges gewannen wir die entscheidende Zeit und stellten den Wagen zwanzig Gehminuten vom Stadion ab, ehe man im Pressebereich keine fünf Minuten vor Spielbeginn ankam.

 

Mit der offiziellen Akkreditierung kam die gute Nachricht vom Verein ausgerechnet an Weihnachten, dass uns im Nachhinein wohl den Anpfiff rettete. Mit einer Presseweste ausgestattet gelang man auf die Sekunde genau auf den grünen Rasen, bevor das Spektakel seinen Lauf nahm!

 

Im Jahr 1874 gegründet, feierte der Klub aus der Hauptstadt vier Meistertitel, zuletzt 1960. In der jüngeren Vergangenheit stiegen sie sogar in die Zweitklassigkeit ab, in die sie bald wieder rutschen könnten…

 

Mit Rang 12 und fünf Niederlagen in Folge hat der Verein schon bessere Zeiten erlebt. Im „Kategorie A-Spiel“ gegen den Aberdeen FC pilgerten trotzdem fast 18.000 Zuschauer ins Stadion – bei einer Kapazität von 20.000 beinahe auch noch ausverkauft trotz der sportlichen Krise!

 

Mit dem ehemaligen Nationalspieler Thomas Flögel spielte ein Österreicher ebenfalls mal für fünf Saisonen im Tynecastle Park, dessen Stadion während der ganzen Partie seinen ganz eigenen Charme ausstrahlte und definitiv zum Highlight dieser Reise zählt.

 

Zum Spiel: In einer stimmungstechnisch hochintensiven Partie drückten die Heimischen von Beginn an und zeigten den Kampfgeist, den man im Abstiegskampf benötigt. Dies wurde kurzfristig mit dem umjubelten 1:0 belohnt, bevor die Gäste per direkten Freistoß doch noch den Ausgleich schafften – ebenfalls erst im zweiten Durchgang!

 

Der Punkt ist definitiv zu wenig, aber man sah eindeutig, dass die Mannschaft das wichtige Spielermaterial für die höchste Spielklasse hat. Ich persönlich hoffe auf ein Happy Ende am Ende dieser Saison, denn es wäre echt schade einen Hauptstadtklub in Liga 2 herumdümpeln zu sehen.

 

Für meinen Mitfahrer und mich ging es nach Spielende eine Runde durch die Stadt Edinburgh, um die kulturellen Sehenswürdigkeiten zu bewundern und Speis & Trank nachzuholen, wofür uns vorher die Zeit eindeutig gefehlt hat!

 

Die allerletzte Etappe des langen Tages führte uns schließlich nach England zum dritten Hotel zu Preston North, um uns für die letzten Aufgaben zu widmen…

28.12.2019 – Belfast/Nordirland

The Oval
1.893 Zuschauer
Premiership

Ground #1.187

 

Glentoran FC – Ballymena United FC 2:0

                                      

Nur wenige Tage vor der Reise ergab sich etwas spontan die Gelegenheit, zwischen Weihnachten und Silvester wie viele andere Fußballfans auf die Insel zu pilgern und das Abenteuer live zu erleben. Insgesamt sollten es drei Flüge und drei Partien in verschiedenen Ländern werden, die mich nach Nordirland, Schottland und Wales bringen sollten!

 

Auch mein früherer Arbeitskollege Matthias zeigte sich von der Idee trotz des Polen-Massakers im letzten Jahr (siehe letztes Bild in der Galerie) begeistert, so dass wir im Doppelpack unsere Sachen zusammenpackten und die üblichen Vorbereitungen trafen:

 

Vom Treffpunkt in Stockerau dauerte es nur mehr eine gute Stunde, bis wir am Donnerstagabend am Flughafen Bratislava eintrafen. Dort souverän eingeparkt, musste zuerst das Problem mit den Bordtickets geklärt werden, dessen Erfahrung ich unter „Lehrgeld“ verbuche…

 

Für weitere Reisen mit dem Flugzeug ist es enorm wichtig, auf der Handy-App unbedingt online einzuchecken. Dieser Fehltritt ließ uns am Schalter gleich mal 55 Euro pro Person kosten, ehe wir um 20:55 schließlich in die Lüfte abhoben und nur zwei Stunden später in Dublin ankamen – bevor man dort unsere erste Nacht im Hotel verbrachte.

 

Am frühen Vormittag stand mit der anstehenden Busfahrt nach Belfast eine kleine Herausforderung an, die aber dank der Planung kein Problem darstellte. Um gerade mal zehn Euro fuhren wir in weniger als zwei Stunden direkt in die nordirische Hauptstadt Belfast, die wir mit den traditionellen Fish & Chips einleiteten und mit der Stadtbesichtigung ein positives sowie stressfreies Ende fand!

 

Erst am dritten Tag stand mit dem Glentoran FC das erste Fußballspiel an, dass um 15 Uhr Ortszeit begann. Zu Fuß dauerte es vom zweiten Hotel direkt im Zentrum vierzig Minuten, dass ungefähr drei Kilometer entsprach. Eine Entfernung, die wir uns später auf dem Rückweg ein weiteres Mal ersparten…

 

Meine Presseanfrage an die Vereinsverantwortlichen wurde quasi über Nacht positiv beantwortet, auch wenn der Eintritt um zwölf Pfund nicht unbedingt weh getan hätte. Eine Stunde vor Spielbeginn tobten wir uns also im Jahr 1892 eröffneten Stadion „The Oval“ aus, dass uns eine weitere Überraschung bescherte:

 

Während dieser Wartezeit kamen wir mit Andreas ins Gespräch – einem Groundhopper aus Berlin, der ähnliche Pläne wie wir verfolgte und uns für den Rest des Tages begleitete. Ganz schöne Grüße an der Stelle!

 

Über das Stadion musste man eigentlich nicht viele Worte verlieren, dass eine Kapazität von 14.000 aufweist und für Fotografen ein absoluter Traum ist. Gegen Ballymena United FC verirrten sich immerhin 1.893 Fans zum Meisterschaftsspiel, in dem es für die Heimelf noch um einiges ging.

Aktuell kämpfen fünf (!) der bekannteren Klubs Nordirlands um die diesjährige Meisterschaft, die keine Fehler verzeiht – darunter auch der Glentoran FC, der mit 24 Meistertiteln plus 22 Pokalsiegen eine der bekanntesten und erfolgreichsten Vereine des Landes ist!

 

Zum Spiel: In einer eher unterdurchschnittlichen Partie dauerte es bis zur absoluten Endphase, bevor endlich etwas passierte. Mit dem 1:0 (ganz in Fifa-Manier) kochten die Emotionen hoch, dass den rabiaten Schiedsrichter dazu verleitete zwei rote Karten auszuteilen.

Der vom Platz gestellte Spieler wurde vom Referee anschließend persönlich vom Spielfeld „geschoben“, dass ich in fast 1.200 Fußballspielen auch noch nie gesehen hatte! Der Konter zum 2:0 in der 96. Minute besiegelte damit den Heimsieg für die Belfaster, die weiter fleißig Punkte sammeln und oben dabei sind…

 

Insgesamt war der Besuch hier mehr als würdig, der uns einige positive Wendungen bescherte in jeglicher Hinsicht.

 

Um uns den anschließenden Fußmarsch zu ersparen entschied man sich „freiwillig“ in den falschen Bus zu steigen und erstmal eine Ehrenrunde zu absolvieren, ehe wir sich später im Stadtzentrum vom Begleiter Andreas verabschiedeten. Den Rest des Abends ließen wir in der hoteleigenen Bar ausklingen, bevor sich das Kapitel Nordirland bald wieder dem Ende zuneigte!

15.12.2019 – Szolnok/Ungarn

Tiszaligeti Stadion
600 Zuschauer
NB ll

Ground #1.185

 

Szolnoki MAV – Budafoki MTE 0:1

                                      

Ein allerletztes Mal sollte die ungarische Monatsvignette von meiner Wenigkeit und den langjährigen Groundhopperkollegen ausgenützt werden. Diese Angelegenheit bedeutete jedoch zusätzlich, den Wecker sehr früh einzustellen für den Sonntag!

 

Um 6:30 war es dann schon soweit mit etwas Mühe aufzustehen und mit einem guten Frühstück den Tagesausflug einzuleiten. Über Stockerau ging es schließlich mit Andreas (Groundhopper Days) wie immer nach Wien, um mit etwas Verspätung Andreas (stadionfotos.at) und Brucki (brucki.) am üblichen Treffpunkt abzuholen.

 

Mit der 4-Mann starken Besatzung stand mit der zweithöchsten Spielklasse des Landes eine Art „Vorspiel zum Mitnehmen“ an, dass zeitlich und von der Entfernung perfekt in den Plan passte. Exakt vier Stunden dauerte die Hinfahrt, die trotz der Verkehrsbedingungen rund um Budapest im Endeffekt unkompliziert verlief!

 

Wie es in dem Land üblich ist, kamen wir relativ pünktlich beim Tiszaligeti Stadion an, dass vor ein paar Jahren erst einen kompletten Neubau erlebte. Im Vergleich zur alten Heimstätte liegen tatsächlich Welten auseinander die wie so oft der heutigen, hochmodernen Zeit geschuldet ist.

 

Etwas zehn Saisonen verbrachte der 1910 gegründete Szolnoki MAV in der ersten Liga, zuletzt 2010/11. Seitdem hält sich der Klub mehr oder weniger erfolgreich in der zweithöchsten Spielklasse, die mit insgesamt zwanzig Klubs ordentlich bestückt ist seit der Reform.

 

Unsere zeitlich perfekte Ankunft machte sich mit einem Parkplatz direkt beim Stadion sofort bezahlt, bevor wir eine unfreiwillige Stadionumrundung von außen antraten. Auf der Suche nach dem richtigen Presseeingang schickten uns mindestens 2-3 Ordner von einem Standort zum Nächsten, bevor wir in Begleitung eines Polizisten (!) direkt auf das Vereinsgelände gelotst worden sind!

 

Mit zwei identischen Tribünen auf den Längsseiten hat sich der Szolnoki MAV in der Infrastruktur sehr gut und nachhaltig aufgestellt. Speziell die Überdachung ist ein großes Wiedererkennungsmerkmal, die maximal 4.000 Zuschauer bestaunen können.

 

Gegen den Budapester Verein aus Budafok kam tatsächlich ein interessanter Gegner angereist. 39 Punkte aus den bisherigen 19 Partien bedeuten Platz 2 – also ein Tabellenrang, der den Aufstieg in die NB l garantiert mit einem (aktuell) guten Abstand auf die Konkurrenz!

 

Für die Heimelf der 75.000 Einwohner Stadt zählt jedoch nichts mehr als der Klassenerhalt in diesem Jahr. Aufgrund eines Pleite gegangenen Vereins steigen zwar nur zwei Mannschaften ab, die Gefahr ist aber dennoch vorhanden runterzurutschen was den Gesamtumstand nicht einfacher machte…

 

Zum Spiel: Nach einer sehr ruhigen, ersten Hälfte ging es besonders im zweiten Durchgang richtig zur Sache. Das goldene Tor wurde nicht nur per direkten Freistoß erzielt – der Schiedsrichter zeigte in Folge von den Emotionen mindestens zwei Ampelkarten binnen 120 Sekunden, die sich allesamt die Heimischen einfingen!

 

Aufgrund dieses Handicaps war auch diese Niederlage in Stein gemeißelt, dass den Klub vorerst auf Platz 17 befördert. Sechs Punkte beträgt der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz, der vom Absteiger Szombathelyi Haladas gehalten wird. Eine spannende Konstellation für das Frühjahr ist definitiv vorhanden…

 

Insgesamt konnte der Besuch in Szolnok erfolgreich gestaltet werden, so dass elf von den zwanzig Vertretern der NB ll erledigt sind. Ob hier auch eine Komplettierung ansteht mittelfristig, steht noch in den Sternen.

 

Kurioser Fakt am Rande: Den Eintritt des Meisterschaftsspiels legte der Verein auf 1.000 Forint fest, dass umgerechnet 3,30 Euro sind. Somit ist ein Besuch in den zweiten Klassen Österreichs teurer als die zweihöchste Liga des Nachbarlandes…

15.12.2019 – Miskolc/Ungarn

Stadion
8.311 Zuschauer
NB l

Ground #1.186

 

Diosgyöri VTK – Ferencvaros TC 0:1

                                      

Direkt nach dem Schlusspfiff beim Zweitligaspiel in Szolnok ging für meine Mitfahrer und mich die zweite Etappe des Tages los. Ein sehr emotionales Fußballspiel wartete bereits, dass schlussendlich in die erstmalige Komplettierung einer höchsten Spielklasse im Ausland mündete!

 

Zwei Stunden beziehungsweise 150 Kilometer dauerte es, bis wir natürlich bei absoluter Dunkelheit in der Stadt Miskolc ankamen. Weil noch etwas Zeit vorhanden war nutzten wir den Moment, um einerseits aufzutanken oder alternativ die örtliche Burg zu besichtigen, die nur unweit des Stadions lag.

 

Miskolc ist offiziell die viertgrößte Stadt des Landes mit insgesamt 159.000 Einwohnern. Dementsprechend ist es kein Wunder, dass der 1910 gegründete Klub eine sehr bewegte Geschichte aufzuweisen hat mit vielerlei verschiedenen Vereinsnamen, sportlichen Krisen und sogar einer Neugründung kurz vor der Jahrtausendwende!

 

Mittlerweile ist der Diosgyöri VTK seit 2011 nicht mehr aus der ersten Liga wegzudenken und bestätigte den Trend, unbedingt ein neues Stadion zu errichten. Mit einer Kapazität von 15.000 ist ihnen tatsächlich ein kleines Meisterwerk gelungen, wenn man die Bildergalerie genauer betrachtet.

 

Von der kurzen Besichtigung der Burg dauerte es keine fünf Minuten, bis wir in einer der zahlreichen Seitenstraßen parkte und des restlichen Kilometer zu Fuß absolvierten. Im Nachhinein eine Entscheidung, die auf jeden Fall zugutekam aufgrund des Verkehrs nach der Partie!

 

Die Presseanfrage per Mail wurde allerdings schon Mitte der Woche abgelehnt. Obwohl ich mich im Gegensatz zu meinen Mitfahrern beim üblichen Ticketverkauf anstellte, sollte das Glück ein weiteres Mal seine Muskeln spielen, zu meinem Vorteil:

 

Um umgerechnet drei Euro bekam ich ein Ticket mehr oder weniger „geschenkt“, weil ein Fußballfan seine restlichen Karten offensichtlich loswerden wollte. In dieser Hinsicht ein absoluter Glücksfall, wenn man sich diesen Preis auf der Zunge zergehen lässt in einer höchsten Spielklasse…

 

Seit 2018 spielen sie in dem Neubau, der 13 Milliarden Forint (rund 39 Mio. Euro) verschlang. Für einen Verein der die letzten vier Jahre nie über Rang 9 herauskam, eine sehr stolze Summe und typisch für ungarische Verhältnisse!

 

Im Duell gegen Ferencvaros sicherte ich mir einen Sitzplatz auf der vollen Längsseite, um beide Fankurven hinter dem Tor zu bestaunen. Beide Kurven verfügten über ausreichend Personal und verbreiteten eine beinahe utopische Stimmung, die in dieser Liga nicht alltäglich ist.

 

Bei insgesamt über 8.000 Zuschauern ein weiterer Beweis dafür, die richtige Begegnung herausgesucht zu haben – ein vorerst letztes Mal…

 

Zum Spiel: Wie auch schon beim ersten Fußballspiel des Tages gelang den Gästen per direkten Freistoß das 1:0, dass sie in Folge relativ abgeklärt über die Zeit brachten. Gerade in der zweiten Halbzeit bemühten sich zwar die Heimischen, trotzdem reichte es nicht für einen Punktegewinn, da es auch keine ausreichenden Tormöglichkeiten mehr gab!

 

Exakt fünf Stunden dauerte die anschließende Heimfahrt, ehe ich um ein Uhr nachts die eigenen vier Wände betrat. Damit ist die höchste Liga Ungarns komplettiert und gibt mir somit die benötigte Zeit, um in den anderen Nachbarländern im Frühjahr 2020 das gleiche Werk zu vollbringen. Ein für mich persönlich nahezu perfekter Abschluss des Jahres 2019…

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