Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt

17.11.2019 – Sankt Pölten/Niederösterreich

Sportzentrum
246 Zuschauer
Sportland Niederösterreich Frauen Cup – 2. Runde

Zweitbesuch

 

SKN St.Pölten Frauen – SG Austria Wien/USC Landhaus 5:2 n.V.

                                      

Nach meinem Ausflug in die Steiermark am Samstag stand am letzten Tag des Wochenendes wieder ein Zweitbesuch an. In der zweiten Runde des Pokalspiels der Frauen standen sich nach dem normalen Ligaalltag die zwei derzeit besten Mannschaften Österreichs gegenüber, die im Cup ähnliche Absichten hatten!

 

Weniger als vierzig Minuten dauerte die gemütliche Fahrt in die Landeshauptstadt von Niederösterreich. Mit dem hochmodernen NÖ Sportzentrum hat man mittlerweile eine ideale Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen:

 

Im Jahr 1990 als „NÖ Landessportschule“ eröffnet, gibt es hier für sehr viele Sportarten ein leistungsfähiges Trainings – und Wettkampfzentrum.

 

Bei meinem Erstbesuch Anfang 2015 kam ich damals in den Genuss, ein Testspiel an einem der zahlreichen Kunstrasen zu verfolgen und erlebte heute die Möglichkeit, das Hauptfeld im Rahmen eines Bewerbsspiels offiziell nachzumachen!

 

Aufgrund der großen Sanierung im letzten Jahr mussten die Frauen vom SKN St.Pölten nach Hofstetten-Grünau und nach Böheimkirchen ausweichen. In dieser Saison durften sie in ihrer echten Heimat nun ihr Können unter Beweis stellen, dass einer Dominanz gleicht…

 

Mit der maximal erreichten Punktausbeute in der Bundesliga dürfte ihnen jetzt schon der Meistertitel kaum mehr zu nehmen sein. Im Cup hingegen ist die Gefahr einer Niederlage gefährlich, da man einen guten Tag erwischen muss und sich bekanntlich keine Fehltritte erlauben kann.

 

Gegen die SG Austria Wien/USC Landhaus traf man im absoluten Gipfeltreffen auf den Zweitplatzierten der höchsten Spielklasse. Bereits Anfang November trafen sich die beiden in der Meisterschaft, dass relativ deutlich mit 5:1 für den Ligakrösus ausging!

 

Kurz nach meiner Ankunft kam ich vor Beginn der Partie in Kontakt mit den Medienvertreter Matthias Scherner, der bei diesem Livespiel einiges zu tun hatte. Trotzdem vielen Dank für das Gespräch, eventuell kann man das ja in der Winterpause mal nachholen.

 

Das Interesse der Zuschauer übertraf schlussendlich auch meine Erwartungen. Knappe 250 Zuschauer füllten die große, überdachte Tribüne, in der man die beliebte Sportsbar bei Bedarf nutzen konnte. Spätestens nach meiner Fotorunde ging es für mich erstmal zum heißersehnten Kaffee, bevor am grünen Rasen weitergespielt worden ist!

 

Mit der Laufbahn war es für die Fotografen und mich kein Problem, die Seiten während der Partie zu wechseln. Trotz der tiefstehenden Sonne sollte ich ein weiteres Mal eine große Werbung für den Frauenfußball erleben, die sich absolut nichts schenkten kurz vor der Winterpause…

 

Zum Spiel: Mit einem Elfmeter nach sieben Minuten gingen die Gäste in Führung, die sie in Folge sogar ausbauten. Der verdiente Anschlusstreffer sowie ein vergebener, zweiter Strafstoß für die Wienerinnen sorgte dafür, dass die zweite Hälfte von großer Spannung geprägt war aus neutraler Sicht!

Spätestens nach dem Ausgleich kurz nach Wiederbeginn begann die Überlegenheit der Heimmannschaft, die aber in der Hitze des Gefechts nur noch einen Platzverweis serviert bekamen.

 

99. Minuten dauerte es schlussendlich, als die Favoriten in der Verlängerung das 3:2 erzielten und auch mit neun Frauen (!) keine Zweifel aufkommen ließen zum schlussendlich deutlichen Heimsieg.

 

Sehr positiv empfand ich die Stimmung der Fans, die mit Fahnen, Transparenten und dauerhaften Sprechchören den Nachmittag versüßten – sowas könnte es in Zukunft ruhig öfters geben.

 

Alles in allem ein wirklich würdiges Topspiel im Pokalwettbewerb, dass in allen Belangen mehr als punkten konnte! Drei Elfmeter, zwei rote Karten sowie die Drehung der Partie sorgten für einen schönen Ausklang des Wochenendes bei besten infrastrukturellen Bedingungen, dass in angenehmer Erinnerung bleiben wird…

16.11.2019 – Nitscha/Steiermark

Sportplatz
150 Zuschauer
1. Klasse Ost B

Ground #1.178

 

SV Nitscha – SV Hirnsdorf 2:5

                                      

Trotz einer Spielabsage aufgrund des unsicheren Wetters konnte der geplante Ausflug von meinen Groundhopperkollegen Philipp (Heffridge on Tour) trotzdem durchgeführt werden. Insgesamt zwei ganze Fußballspiele standen am Zettel, der uns zuerst in den heutigen Stadtteil von Gleisdorf führte!

 

Etwas mehr als 1,5 Stunden dauerte die Autofahrt in den Süden vom ausgemachten Treffpunkt in Wien. Weil in den Mittagsstunden kaum Verkehr herrschte, kamen wir ohne Probleme voran ehe die ehemalige Gemeinde Nitscha dank dem verlässlichen Navi gefunden worden ist.

 

Bei unserer Ankunft schien es so, als würde das Glück von Beginn an auf unserer Seite sein. Vom Regen keine Spur, bekam man direkt beim Eingang einen freien Parkplatz serviert den mein heutiger Fahrer mehr als dankend annahm!

 

Mit der Winterausrüstung und einer Menge Fotomotive vor Augen dauerte es nicht lange, bis die Kamera zum Einsatz kam:

 

Die große, sehr kreative Spielankündigung machte direkt den Anfang, bevor wir über den offiziellen Eingang zum Vereinshaus marschierten. Dort angekommen gelang man als Zuschauer auf die belebte Längsseite, auf der sich die Fußballfans austoben durften!

 

Dank der erhöhten, aber teils versperrten Sicht auf das Spielfeld gab es hier bis auf die ein oder andere Kuriosität (siehe Bildergalerie) keine besonderen Auffälligkeiten. Das Vereinshaus auf der Höhe der Eckfahne machte einen gepflegten Eindruck und hatte mit dem Ausschank eine beliebten Treffpunkt der 150 anwesenden Besucher.

 

Auch die Spielerkabinen befanden sich klassischerweise im vorderen Teil des Gebäudes, dessen Weg direkt auf den grünen Rasen mündete. Etwas später folgte jedoch ein unverständlicher Akt…

 

Eine sehr „interessante“ Unterhaltung hatte mein Groundhopperkollege und meine Wenigkeit in der Halbzeit zu beklagen. Die übliche Fotorunde erst zur Hälfte abgeschlossen, meinte einer der vielen, anwesenden Ordner nach seiner Ankunft, dass dies offensichtlich nicht erlaubt sei und man angeblich drei (!) Warnrufe ignoriert habe – die aber natürlich nie stattgefunden haben, weder vom Platzsprecher oder sonstigen.

 

Ohne viel Diskussion verbrachten wir deshalb die zweite Hälfte auf der Zuschauerseite, in der man aus sportlicher Sicht schnell einen Favoriten ausmachen konnte!

 

Der SV Nitscha durchlebt momentan schwierige Jahre, denn es droht eine weitere Saison als Schlusslicht in der ersten Klasse Ost B. Gegen den motivierten Top 3 Anwärter aus Hirnsdorf kein wirklicher Grund, um in der letzten Partie des Herbstes noch an ein Wunder zu glauben…

 

Zum Spiel: Bereits in der Anfangsphase zeigte die seit 2017 mit einer Handyapp gesteuerten Spielanzeige die Führung der Gäste, die sie kurzfristig auf 0:2 ausbauten.

Der Anschlusstreffer per Strafstoß machte die Angelegenheit für den zweiten Durchgang beim Stand von 1:3 nochmals spannend, wobei der Gast die Nerven behielt und erst in der Nachspielzeit zum vernichtenden Doppelschlag ausholte!

 

Damit fehlt dem SV Hirnsdorf nur noch vier Zähler auf Platz 1, dass in der Rückrunde absolut machbar ist. Die Heimischen hingegen stehen mit elf Niederlagen am Tabellenende, wobei auch hier das hintere Mittelfeld in Reichweite steht.

 

Sehr positiv überrascht war ich dennoch von der Werbung für die eigene Frauenmannschaft, die als Lions United in der Kleinfeld Liga an den Start gehen und vielleicht auch mal in den Meisterschaftsbetrieb einsteigen – die Zeit wird es mit Sicherheit zeigen!

 

Für uns ging es nach diesen Auftakt weiter in der für mich selten besuchten Steiermark, wo noch ein einziges Fußballspiel auf uns wartete…

16.11.2019 – Miesenbach bei Birkfeld/Steiermark

Sportplatz
200 Zuschauer
1. Klasse Ost B

Ground #1.179

 

UFC Miesenbach – USV Waisenegg 4:0

                                      

Insgesamt vierzig Minuten dauerte die Fahrt von Nitscha zum zweiten Spiel des Tages, dass ebenfalls in der ersten Klasse Ost B stattfand. Nur einige Kilometer Luftlinie trennten die beiden Mannschaften aus geographischer Sicht, weshalb man erfolgreich von einem Derby sprechen konnte!

 

Bereits im Vorfeld kontaktierte ich den Sektionsleiter Stefan Heil, den mein Groundhopperkollege Philipp und ich kurz vor den Einlauf der Mannschaften trafen. Neben einer Fotoweste für das Betreten des Spielfeldes ergab sich ein sehr freundliches Gespräch, weshalb ich mich recht herzlich bedanken möchte!

 

Schon bei unserer Ankunft erkämpfte man sich eine der allerletzten Parkplätze am Vereinsgelände, bevor wir im Kassabereich am Anfang der überdachten Tribüne in Empfang genommen worden sind.

 

Trotz weniger als 700 Einwohner hat die Gemeinde einige Nachwuchsmannschaften in der Hinterhand, die eines Tages mal im Kampfmannschaftsbereich auftreten sollen, um den Verbleib des UFC Miesenbach zu garantieren!

 

Im Jahr 1971 gegründet, kam erst zwei Jahre später die Gründerversammlung bevor die ersten kleinen Schritte eingeleitet wurden. Der Einstieg in den Meisterschaftsbetrieb erfolgte Ende der 80er, in der sie bis heute angehören und eine gewisse Konstanz an den Tag legen:

 

Seit einigen Saisonen steht der Klub zumeist im vorderen Mittelfeld der Tabelle. Auch heuer spielen sie wieder den Top 5 mit, die die Mannschaft im Falle eines Sieges im Derby festigt und einen Angriff auf das vordere Trio starten kann zu Beginn der Rückrunde.

 

Mit 200 Zuschauern durfte man wirklich von einem beachtlichen Besuch sprechen angesichts der kalten Jahreszeit. Genau deshalb suchten rund 99,9% die überdachte Tribüne auf der Längsseite auf, die Sitzplätze und eine warme Kantine beherbergte – ein Ort, der uns im Laufe des Abends eine schöne Zeit bescherte…

 

Nach der Abgabe der Fotowesten des steierischen Fußballverbandes stellte man meiner Wenigkeit und die meines Kollegen eine Reihe wichtiger und gastfreundlicher Personen vor, darunter der Bürgermeister Karl Maderbacher und die Vizebürgermeisterin Bernadette Schönbauer!

 

Zusammen wurden im Laufe der zweiten Hälfte das ein oder andere Getränk konsumiert, wobei ich in den Genuss kam neben einer Pizzaschnitte eine frisch gemachte Weißwurst samt Brezel spendiert zu bekommen – meiner ersten Weißwurst meines Lebens, die ihren Test eindrucksvoll bestanden hat.

 

Natürlich durfte ein gemeinsames Foto als Erinnerung nicht fehlen, wo sich auch die bemühten und fleißigen Kantinendamen rasch anschlossen – diese Bilder werden natürlich in Ehren gehalten!

 

Zum Spiel: Bei Temperaturen von unter zehn Grad Celsius dauerte es nur 180 Sekunden, bis die Heimelf das 1:0 bejubelte.

Spätestens nach unserer „Abwesenheit“ in der Kantine kam die Mannschaft so richtig in Fahrt und machte mit drei Volltreffern binnen sechs Minuten den fulminanten Derbysieg perfekt, der sie nun in höhere Regionen der Liga bringt!

 

Damit bleiben nicht nur die drei Punkte in Miesenbach, sondern auch ein wirklich wundervoller Abend, den man generell in bester Gesellschaft verbrachte.

 

Ich möchte mich nochmals für die unglaubliche Gastfreundschaft bedanken und das Versprechen bestätigen, nächstes Jahr den UFC Miesenbach samt der Kamera einen weiteren Besuch in der Saison abzustatten!

 

Auch die Berichterstattung ist an allen Vereinsverantwortlichen und deren Fans gerichtet, die sich den Heimsieg nicht entgehen ließen und hoffentlich wie wir sicher heimgekommen sind.

 

Knapp über zwei Stunden nach dem Verlassen der sympathischen Gemeinde kam auch ich im Endeffekt in der Heimat an – mit dem positiven Gefühl, auch nach bald sieben Jahren das Beste Hobby der Welt auszuüben und neben dem geliebten Fußball unvergessliche Momente außerhalb des Spielfeldes zu erleben…

10.11.2019 – Krumau am Kamp/Niederösterreich

Sportplatz
74 Zuschauer
2. Klasse Wachau

Ground #1.177

 

SV Krumau/Kamp – SV Spitz/Donau 1:9

                                      

Der kalte, aber immerhin trockene Sonntag sollte auch hier ein letztes Mal in der zweiten Klasse Wachau verbracht werden. Der SV Krumau/Kamp absolvierte sein letztes Heimspiel im Kalenderjahr 2019, dessen Chance ich wahrnahm und somit gleichzeitig die Liga komplettierte!

 

Weniger als eine Stunde betrug die kurze Hinfahrt in die Marktgemeinde, die östlich von Zwettl zu finden ist. Über die Autobahn ging es deswegen über Krems die letzten Kilometer zum auserwählten Ziel, ehe ich nach einer kurzen Ehrenrunde das Vereinsgelände sicher ansteuerte:

 

Aufgrund der sehr engen Lage im Umfeld ist der Sportplatz südlich vom Thurnberger Stausee angelegt worden, der offiziell zum Fluss Kamp zählt.

 

Dementsprechend errichtete man viele Camping Bereiche, die die Anzahl der offiziellen Parkplätze stark dezimierten und schließlich auch meine Wenigkeit trotz meiner frühen Ankunft auf dem Camping-Parkplatz ausweichen musste!

 

Obwohl keine Kassa oder sonstiges aufzufinden war, meldete ich mich diesmal beim Trainer Jürgen Höllerer an, der mich ebenfalls herzlich willkommen hieß – danke für die netten Zeilen an der Stelle.

 

Die Sportanlage selbst machte aus der Sicht des Fotografen einen sehr spannenden Eindruck, dass besonders die Fotos bestätigen!

 

Das kleine, aber sehr fein hergerichtete Vereinshaus bildete den Hauptblickpunkt an diesen Nachmittag. Während auf einer Seite die Spielerkabinen positioniert wurden, nahmen die zahlreichen Zuschauer die zweite Hälfte davon ein - hauptsächlich Stehplätze und einer perfekten Sicht auf das Spielfeld.

 

Wie ich rasch feststellte, legt man in Krumau besonderen Wert auf die Aussicht. Hinter dem Tor stand der Rest der offiziell 74 Zuschauern, die es sich auf den Hügel bequem machten und die diesmal wirklichen teils kuriosen Ereignisse von oben genossen!

 

Der SV Krumau/Kamp geht mittlerweile in seine zweite Saison in der Zweitklassigkeit der Region Wachau. Grund dafür war die Auflösung der damaligen dritten Klasse Hornerwald vor zwei Jahren, die aufgrund der schwachen Anzahl in die zweiten Klassen verteilt worden sind – oder sich deshalb vom Fußball erst recht verabschiedeten.

 

Mit dem Blick auf die Burg im Hintergrund ist auch das Vereinslogo geklärt, die sich meiner Meinung nach sehr heimatverbunden zeigten. Während die Fußballfans den ein oder anderen Wein zur Verkostung probierten, hatte der letzte Spieltag noch einiges zu bieten…

 

Noch keinen Punkt ergatterte der SVK in der laufenden Saison. Die Hoffnungen auf einen Punktgewinn gegen den SV Spitz/Donau schienen am Papier gleich null zu sein, die mit einem Sieg in die Top 3 vorrücken könnten!

 

Zum Spiel: Völlig überraschend und gar nicht mal unverdient zeigte die Heimelf hohes Pressing und viel Einsatzbereitschaft, die in einer Führung endete. Praktisch im Gegenzug fiel allerdings der Ausgleich, bevor teils unglückliche, selbstverschuldete Aktionen dazu führten, mit einem 1:5 in die Pause zu gehen.

Das große Spektakel sollte allerdings noch kommen, als der Heimgoalie nach minutenlanger (lautstarker) Kritik die Ampelkarte präsentiert bekam und der Mannschaft schwächt für den Frühjahrauftakt 2020!

 

Trotz der sportlichen Situation in der Tabelle sehe ich definitiv Potenzial, die in dem Verein bzw. der Mannschaft steckt. Wenn man 90 Minuten so agiert wie in der intensiven Anfangsphase, werden die Punkte und Siege ganz von allein kommen. Gut Ding braucht schließlich Weile…

 

Das Kapitel Niederösterreich ist für mich somit abgeschlossen für das Jahr 2019. Aktuell fehlen im niederösterreichischen Fußballverband noch elf Vereine, bevor nur noch die Hobbyligen oder die selten bespielten Testspielplätze in den Vordergrund rücken!

 

Damit steht schon das nächste Projekt für 2020 fest, den kompletten Osten Österreichs (Wien, NÖ, Burgenland) im Verband vollständig zu komplettieren – und die Reisen der Fußballwelt weiterhin auszudehnen, Stück für Stück…

09.11.2019 – Sankt Georgen am Ybbsfelde/Niederösterreich

Sportanlage
150 Zuschauer
1. Klasse West

Ground #1.175

 

SCU St.Georgen/Y. – SG Waldhausen/Gloxwald 3:1

                                      

Das Wochenende sollte mit dem Verpassen des geplanten Freitagsspiels unglücklich beginnen was in Folge auch noch dazu führte, das eigene Auto im selben Atemzug (!) aufgrund von Reparaturarbeiten in die Werkstatt zu stellen. Der Samstag war dennoch gerettet da ich mit einem Ersatzauto die üblichen Pläne durchführte, angefangen in der ersten Klasse West!

 

Unmittelbar nach dem schnellen Mittagessen in den eigenen vier Wänden stand die relativ kurze Hinfahrt von etwas mehr als einer Stunde an. Den absoluten Großteil dieser Strecke absolvierte ich problemlos über die Autobahn, ehe die letzten paar Kilometer auf Landstraßen abgespült worden sind.

 

Wie lange ich den Ground in St.Georgen am Ybbsfelde schon hinterherlaufe, lässt sich schnell erahnen. Laut aktuellen Stand fehlen mir nach diesen „strategisch wichtigen“ Besuch in allen ersten Klassen Niederösterreichs nur mehr ein einziger Verein, der nach seiner Renovierung im Frühjahr 2020 ebenfalls erledigt sein sollte – oder besser gesagt wird!

 

Trotz einem kurzen Tankstopp kam ich wie immer pünktlich in der Marktgemeinde an, die im Bezirk Amstetten liegt. Die Sportanlage selbst fand man allerdings südlich des Ortes, dass mir und den 150 anwesenden Zuschauern die stressfreie Parkplatzlage erheblich erleichterte.

 

Der SCU St.Georgen/Y. hatte bis jetzt eine sehr lebhafte Vergangenheit hinter sich. Im Jahr 1979 gegründet, spielte der Klub erstmal in der „schwarzen Liga“, die gemeinsam mit den Nachbargemeinden ausgetragen worden ist!

 

Die ersten Schritte am Rasen wurden damals noch auf einer Wiese hinter dem Gemeindeamt ausgetragen, die spätestens mit dem Einstieg in den NÖFV fünf Jahre später schnell Geschichte war. Mit dem Neubau nur eine Saison später kam mit der Zeit die überdachte Tribüne sowie das Klubhaus dazu – allen Problemen wegen dem Hochwasser zum Trotz, dass in der Vergangenheit ein Sorgenkind darstellte.

 

Mit dem Erreichen der Unterliga (heutigen Gebietsliga) kann man dies als bisher größten, sportlichen Erfolg werten. Nach vielen Saisonen im Mittelfeld der ersten Klasse hat der Verein nun die große Chance, vor eigenen Publikum den Herbstmeistertitel zu sichern mit den benötigten drei Punkten…

 

Einen speziellen Dank möchte ich an der Stelle dem Obmann Jürgen Jungwirth aussprechen, den ich über meine Anwesenheit in Kenntnis setzte und eine Freikarte spendiert bekam. Die Anlage selbst machte in der Praxis ebenfalls einen positiven Eindruck:

 

Die überdachte Tribüne auf der Längsseite hatte mit dem speziellen Dach sofort ein Wiedererkennungsmerkmal, dass für mich einen gewissen Charme besitzt. Den eigentlichen Eingang fand man dafür auf der Hintertorseite, wo auch die Spielerkabinen und die große, beliebte Kantine ihre Wirkung nicht verfehlte!

 

Zum Spiel: Wie erwartet traten die Heimischen sehr selbstbewusst auf und eröffneten nach zehn Minuten schon den ersten Treffer.

Mit einem Strafstoß und einer weiteren Draufgabe in der Phase kurz vor dem Schlusspfiff waren die Verhältnisse für den restlichen Nachmittag schnell hergestellt – da half auch der Anschlusstreffer zum 3:1 nichts mehr, dass somit den Schlusspunkt festsetzte!

 

Die Leistung der Heimelf konnte ich definitiv als meisterhaft bezeichnen. Ein neuerlicher Aufstieg in die Gebietsliga halte ich für durchaus realistisch, denn der SCU St.Georgen/Y. zählt nach der Hälfte der Saison die meisten Siege (8) und die beste Defensive dazu.

 

Ich würde es dem Verein definitiv gönnen, die in allen Belangen eine Bereicherung eine Etage höher wären. Derbys gegen beispielsweise Euratsfeld wären vorprogrammiert und würden für eine volle Hütte bei dem ein oder anderen Heimspiel sorgen, dass der Mannschaft ihr Verdienst wäre nach dieser Saison!

 

Für mich ging es nach dieser Partie weiter in das tiefe Waldviertel, dass von mir das allerletzte Mal mit einem neuen Ground besucht wird…

09.11.2019 – Bad Großpertholz/Niederösterreich

Sportplatz
80 Zuschauer
2. Klasse Waldviertel Süd

Ground #1.176

 

USC Bad Großpertholz – SVU Groß Dietmanns 1:2

                                      

Angefangen vom SV Horn in der zweithöchsten Spielklasse blieb mir im gesamten Waldviertel des niederösterreichischen Fußballverbandes im Laufe der Zeit nur mehr ein einziger Verein übrig. Der Spieltermin um 17 Uhr machte es mir endlich möglich, das letzte Puzzlestück zu erledigen – beim USC Bad Großpertholz!

 

Trotz der pünktlichen Abfahrt vom ersten Spiel in St.Georgen/Ybbsfelde sagte das Navi für die 80 Kilometer beinahe 1,5 Stunden Fahrzeit (!) an, die ich aber dank meiner Routine viel kürzer erledigte.

 

Ausschlaggebend waren dafür das trockene Wetter sowie der nicht vorhandene Verkehr auf den gefühlt ausgestorbenen Landstraßen, bevor ich fünf Minuten vor Spielbeginn das Auto abstellte. Ein Moment, der mir später noch zum Verhängnis werden sollte…

 

Wie üblich bringt die Zeit im November seine klassischen „Eigenheiten“ mit sich. Während es im Normalfall im Frühling/Herbst noch halbwegs hell ist am frühen Abend, kam ich in absoluter Dunkelheit im Bezirk Gmünd an.

 

Die Marktgemeinde liegt offiziell im nordwestlichen Waldviertel und ist mit der langen Anreise her mit der Ybbstal Gegend zu vergleichen. Trotz der deutlich sinkenden Anzahl an Bewohnern hat der Verein mehrere Sektionen, die man hier nutzen kann neben dem Fußball!

 

Trotz anderer Sportarten zählt die Nachwuchsabteilung sogar mehrere Mannschaften, die den Spielbetrieb auch langfristig sichern sollen. Mittlerweile gibt es den USC Bad Großpertholz über 80 Jahre, der mit Sicherheit schon das große Vereinsjubiläum langfristig im Visier hat – angesichts des Vereinssterbens wäre das eine beachtliche Leistung.

 

Direkt nach dem Eingangsbereich kamen die Mannschaften aus den warmen Spielerkabinen, die von der Kassa aus nach kurzer Wartezeit auch schon den heiligen Rasen betraten…

 

Bei unfassbar kalten Temperaturen im Minusbereich (!) hatte der Zuschauer bzw. ich mit sich selbst zu kämpfen, trotz ausreichender Bekleidung samt Haube und Handschuhen. Die Fotorunde erledigte ich trotzdem, um die Infrastruktur ein wenig besser kennenzulernen:

 

Langsam, aber doch füllte sich die überdachte Tribüne auf der Längsseite. Die meisten der insgesamt 80 Fußballfans suchten jedoch die Nähe der überlebenswichtigen Kantine auf, die den vorderen Bereich des Vereinshauses markierte und sogar Nachschub beim Glühwein besorgen mussten. Wenn sogar ein Waldviertler friert, soll dies etwas heißen!

 

Im Mittelfeldduell gegen den SVU Groß Dietmanns konnte man von einer durchaus engen Partie ausgehen. Nur zwei Punkte trennten die beiden Gegner in der zweiten Klasse Waldviertel Süd, ehe der Schiedsrichter das Spektakel anpfiff…

 

Zum Spiel: Die großen Highlights hoben sich die Mannschaften für den ersten Durchgang auf. Nicht unverdient gingen die Gäste in Führung, die aber nur vier Minuten später nach einer halben gespielten Stunde den Ausgleich hinnehmen mussten!

Obwohl die Heimischen die Chance hatten das Ergebnis zu drehen, waren es abermals die Gäste, die mit dem 1:2 kurz vor der Pause den goldenen Treffer erzielten - und somit das Feld als Sieger verließen.

 

Damit überwintert der USC Bad Großpertholz im zweistelligen Tabellenbereich mit Platz 10, wobei der Kontakt zum Mittelfeld noch nicht gänzlich abgerissen ist. In der Rückrunde ist noch alles drin, eine Rangverbesserung anzustreben und die Hinrunde vergessen zu machen.

 

Meine Rückkehr in die Heimat sollte sich nach Spielende jedoch verzögern, da ich beim Verlassen des Ersatzwagens versehentlich das Licht anließ und mir ein hilfsbereiter Fußballfan geholfen hat, die Batterie wieder unverzüglich zum Laufen zu bringen.

 

Vielen herzlichen Dank dafür, ein besseres Happy End hätte es nicht geben können aus dem Waldviertel – einer sehr sympathischen Gegend, die am Papier für mich endgültig erledigt ist, abgesehen von den diversen Hobbyligaklubs dieser Region…

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