Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt

08.12.2018 – Nova Gorica/Slowenien
Sportni Park
1.000 Zuschauer
1. SNL

 

ND Gorica – NK Olimpija Ljubljana 1:3

 

Bereits am Anfang der Woche wurde der Ausflug nach Slowenien mit meinen Mitfahrern beschlossen. Insgesamt sollte es ein langer Tagesausflug werden mit einem Meisterschaftsspiel, dass speziell für mich viel Bedeutung hatte!

 

Nach einer kurzen Nacht klingelte der Wecker schon um 5:45 bevor es nach einem gemütlichen Kaffee noch schnell zur Tankstelle ging, um das Auto voll aufzutanken. Auf dem langen Weg nach Nova Gorica (über 500 Kilometer) sammelte ich meine motivierten Weggefährten Andreas und Brucki ein, ehe die Fahrt in voller Anzahl begann:

 

Der Verkehr erwies sich im Dezember und angesichts der unchristlichen Uhrzeit als nahezu perfekt – nur das Wetter zeigte bis kurz nach Ljubljana seine schlechte Seite, doch auch dieses Problem löste sich kurz vor der Ankunft in Luft aus!
 

Aufgrund der geographischen Lage kamen wir zusätzlich in den Genuss, die italienische und die slowenische Seite von Nova Gorica zu erkunden.

 

Bei wolkenlosen Himmel und viel Sonnenschein standen auch zwei schicke Sportanlagen auf dem Programm, aber auch die kulturellen Besichtigungen wie die historische Burg oder deren Altstadt durften auf gar keinen Fall fehlen!

 

Etwa dreißig Minuten vor Spielbeginn gab es beim Sportni Park immer noch genügend Parkplätze auf der Hauptstraße. Dieser Umstand war zwar im ersten Augenblick positiv, macht einem aber klar wie wenig der Fußball in Slowenien eine Rolle spielt.

 

ND Gorica gründete sich 1947 aus einer Fusion mehrerer Klubs, wobei Vereinsname immer wieder wechselte, vor allem in der Anfangsjahren. Seit der slowenischen Unabhängigkeit 1991 hat der Verein einen festen Platz im Fußball eingenommen:

 

Ab dieser Einführung ist man als Gründungsmitglied immer noch in der höchsten Spielklasse aktiv und zählt neben den Großklubs Olimpija Ljubljana und NK Maribor zu den erfolgreichsten des Landes.

 

Vier Meistertitel (zuletzt 2006) und drei Pokalsiege stehen auf ihrer Habenseite und in der jüngsten Vergangenheit hat sich der Klub zwischen Platz 3-5 zumeist etabliert - was man an den regelmäßigen Qualifikationsrunden der Europa League deutlich merkt!
 

Über den Pressebereich konnten wir das Stadion schließlich betreten, wobei ich unten am Spielfeld für die Fotos verantwortlich war. Über den Sportni Park gibt es ebenfalls interessante Fakten…

 

Erst 1964 wurde hier die Eröffnung gefeiert und hat eine große Tribüne, die sich über die gesamte Längsseite erstreckt. Gegenüber stand der Gästesektor, der von einigen Dutzend Leuten aus Ljubljana gefüllt worden ist und für ein wenig Stimmung sorgte. Ebenso aktiv war eine kleine Fanszene der Heimischen, die bei diesem Gegner wohl alles mobilisierten und mit großer Motivation aufgetreten sind!

 

In dieser Saison kämpfen die Heimischen und den Anschluss der Top 5. Man ist zwar nicht im Abstiegskampf verwickelt, Platz 7 ist dennoch eine Enttäuschung.

 

Für Olimpija Ljubljana ging es ebenfalls um Schadensbegrenzung, denn zwölf Punkte Rückstand auf Maribor ist viel zu wenig – das weiß auch der ehemalige Coach von SK Rapid Wien Zoran Barisic, der mit den Gästen eine 6:2 Niederlage einstecken musste am letzten Spieltag…

 

Zum Spiel: Wie erwartet hatte der Favorit viel Ballbesitz, die Tore fielen aber erstmal durch Elfmeter. Je einer wurde für beide Klubs zugesprochen und auch direkt verwandelt, was den 1:1 Halbzeitstand auf den Punkt brachte.

Im zweiten Durchgang hielt die Verteidigung schlussendlich dem Druck nicht mehr stand und fing sich aus der laufenden Partie zwei Treffer ein, wobei die Gäste noch ein, zwei weitere gute Möglichkeiten vergaben!
 

Der Sieg geht aufgrund der Spielstärke auf jeden Fall so in Ordnung und festigt dem großen Klub aus Ljubljana weiterhin Platz 2. ND Gorica hingegen kämpft weiterhin um den Anschluss ins Tabellenmittelfeld, denn fünf Siege aus 19 Partien sind definitiv zu wenig.

 

Für meinen Mitfahrer Brucki und mich bedeutet dieser Besuch die erstmalige Komplettierung der höchsten Spielklasse Sloweniens. Ironischerweise war es auch von der Distanz die längste Anreise – hin und zurück saß man etwa knapp über zehn Stunden im Auto, bei über eintausend Kilometern…

 

Trotz diesen verrückten Fakten hat man nicht nur die Komplettierung in der Tasche, sondern auch eine beeindruckende Besichtigung von der Stadt Nova Gorica! Ein perfekter Abschluss im Ausland für das Jahr 2018…

24.11.2018 – 22. Bezirk/Wien
PFA Sport Arena
100 Zuschauer
2. Landesliga

 

FC Hellas Kagran – FAC Wien Amateure 0:0

 

Obwohl sich in Österreich der Großteil des Unterhauses im Winterschlaf befindet, hatte man dieses Wochenende die Gelegenheit in der Hauptstadt selbst noch das ein oder andere Spiel mitzunehmen. Diesen Umstand nutzte ich aus, bereits die Nummer 70 (!) in Wien zu besuchen: den FC Hellas Kagran!

 

Wie ich beim Recherchieren herausfand, hat der Klub aus dem 22sten Bezirk eine spannende Historie vorzuweisen:

 

Bereits 1926 gründeten griechische Siedler den FC Hellas Kagran. Genau der Vereinsname erklärt schließlich auch den Ursprung, weil sie damals bewusst „Hellas“ miteinbezogen und nicht mehr wegzudenken war!

 

Über die Jahre fanden sie weiterhin in der Natorpgasse ihre eigene Heimat und investierten schrittweise in die Infrastruktur, was sich in späterer Hinsicht auszahlen sollte.

 

Durch ihren glorreichen TOTO-Cupsieg qualifizierten sie sich somit automatisch für den ÖFB Cup 2011 und zogen mit Wacker Innsbruck ein sehr gutes Los. Trotz der Niederlage fanden knapp 1.500 Zuseher den Weg in die eigene Sportanlage, worauf der Klub äußerst stolz sein kann.

 

Bei meiner recht frühen Ankunft konnte man als Zuschauer recht problemlos um die PFA Sport Arena parken, die seit einiger Zeit einen neuen Eingang veröffentlichte. Generell machte die Anlage einen sehr soliden und gepflegten Eindruck, dass mir anfänglich ein gewisses Hindernis in den Weg legte!

 

Neben dem Hauptrasen stand direkt hinter dem Tor ein weiterer Kunstrasenplatz. Das bekannte Problem mit der Bespielbarkeit des Hauptfeldes ist in Wien leider keine Seltenheit – umso größer war dennoch die Erleichterung, als sich die Spieler im richtigen Bereich aufwärmten.

 

Die meisten der hundert offiziellen Zuschauer machten es sich bei sehr kalten Temperaturen auf der Längsseite bequem, die alle wichtigen Sachlichkeiten in der Nähe hatte. Die Kantine samt der gut besuchten Terrasse fand man direkt bei den Spielerkabinen, die beim Einlauf durch einen abgesperrten Bereich auf das Spielfeld marschierten!

 

Bei der Tribüne ohne Dach hatte man aufgrund der Erhöhung die beste Sicht auf dem grünen Rasen, wo es heiß hergehen sollte bei zwei hochmotivierten Mannschaften:

 

Nach vielen Jahren in der Oberliga gelang dem FC Hellas Kagran 2014/2015 der langersehnte Meistertitel und Aufstieg in die zweite Landesliga. Dort etablieren sie sich (mit Ausnahme vom Aufstiegsjahr) immer im vorderen Mittelfeld!

 

Auch diese Saison liegen sie im angesprochenen Bereich und hatten mit der zweiten Mannschaft des FAC einen durchaus starken Gegner in den Top 3 zu Gast. Speziell in der letzten Runde des Herbstes…

 

Zum Spiel: In einer kampfbetonten, aber fairen Partie beschränkten sich beide Mannschaften ausschließlich auf das Fußballspielen. Obwohl die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten und öfters gefährlich vor das Gehäuse kam, versteckten sich auch die Heimischen nicht und zeigten ihren Offensivdrang, der sich aber leider nicht in Tore ummünzen ließ in den gesamten 90 Minuten!

 

Das Unentschieden ist zwar mehr als gerecht, hilft aber keinen der beiden Vereine wirklich weiter in der Tabelle.

 

Während die Floridsdorfer auf Platz 4 zurückrutschen und leicht den Anschluss an die Tabellenspitze verlieren, überwintern die Heimischen möglicherweise zwischen Platz 6-8 – je nachdem, wie die anderen Ergebnisse aussehen werden!

 

Ich persönlich sehe den FC Hellas Kagran mitsamt der Jugend langfristig in der Wiener Stadtliga, auch wenn Stand jetzt die Konkurrenz noch zu groß ist. Alles braucht schließlich seine Zeit…

17.11.2018 – 19. Bezirk/Wien
NAC-Platz
75 Zuschauer
2. Landesliga


Nussdorfer AC – KSV Ankerbrot 2:2 (Zweitbesuch)

Nach meinem Freitagabend Besuch in Hirschstetten sollte auch der Samstag im Zeichen der zweiten Landesliga stehen. Zuletzt stattete ich dem Nussdorfer AC einen Besuch im März 2014 ab, damals noch in den Zeiten der Wiener Stadtliga. Über vier Jahre später hat sich in sportlicher Hinsicht einiges geändert, was mich dennoch nicht von einem Zweitbesuch abhielt!

Weniger als dreißig Minuten dauerte die Hinfahrt in den 19ten Bezirk, wo der NAC schon seit 1916 (!) seine Heimspiele austrägt. Ohne einer genauen Adresse ist man ziemlich aufgeschmissen, mit dem Navi fand man dennoch relativ problemlos zur Grinzingerstraße 111, die eine besondere Vorgeschichte vorzuweisen hat:

Bei der damaligen Sportplatzeröffnung gab es zu früheren Zeiten nur dieses eine Haus mit dieser prägenden Hausnummer, die trotz einer nicht berücksichtigten Änderung vom Amt ein wenig zum Markenzeichen geworden ist. Tatsächlich ist der Sportplatz in der Hauptstadt ziemlich versteckt, den man übrigens an einer stark befahrenen Hauptstraße findet.

Genau an dieser Hauptstraße entbrannte natürlich ein kleiner Kampf um die Parkplätze, der mit der nötigen Routine souverän bewältigt worden ist. Im Anschluss ging es zu Fuß zur Sportanlage, die in der Vergangenheit alle Höhen und Tiefen mitgemacht hat!

1907 gegründet, legt der Verein einen sehr großen Wert auf den eigenen Nachwuchs. Schon im Kindergartenalter kann man hier eine passende Anlaufstelle finden. Ein weiterer Beweis für dieses Engagement sind die zahlreichen Jugendteams – man ist von der U8 bis zur U18 mit einer Ausnahme in jedem Jahrgang vertreten, was auch dem Klub langfristig von Nutzen sein wird.

Auch in sportlicher Sicht kann man auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Insgesamt 19 Saisonen stehen auf ihrer Habenseite, die sie in der zweithöchsten Spielklasse Österreichs verbracht haben (zuletzt 1969). Seitdem spielte der Nussdorfer AC meist in der Wiener Stadtliga eine Rolle, die sie 2014 als Tabellenschlusslicht verlassen mussten!

Von diesem Rückschlag hat sich der Klub scheinbar nur schwer erholt, denn auch in dieser Liga sind sie im unteren Mittelfeld zu finden und hatten mit dem heutigen Gegner einen direkten Konkurrenten zu Gast:

Punktegleich auf Platz 14 lag der Aufsteiger KSV Ankerbrot, die mit gerade mal sechs Zählern abgeschlagen sind gegenüber vom Rest. Weil nur der SV Hirschstetten eine schlechtere Punkteanzahl aufwirft, konnte man diese Partie als klassisches „6-Punkte-Spiel“ bezeichnen.

Ein großes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle dem Obmann Walter Augustin aussprechen, der mir einen freien Eintritt gestattete. Auch Andreas konnte ich in weiterer Folge pünktlich antreffen, der sich mit insgesamt drei Fußballspielen am Nachmittag vollständig austobte im Wiener Unterhaus!
Begehbar war auch für mich nur eine Längsseite am Sportplatz, wo man auf einer netten Anhöhe auf den Sitzschalen Platz nehmen konnte oder lieber im Stehen der Kälte trotzte.

Hinter dem Tor stand das Vereinshaus mit den Spielerkabinen, wobei der Ausschank am Weg dorthin sehr kurios ist. Dieser liegt geographisch gesehen nämlich außerhalb vom Vereinsgelände, hinter der mobilen Kassa!

Zum Spiel: In einer sehr ausgeglichenen Partie gingen die Gäste schnell in Front, trotz einem frühen Platzverweis für den Torwart. In Unterzahl erhöhte das Gästeteam nach einer Stunde auf 0:2, bevor sie sich weiterhin schwächten und die zweite (gelb-rote) Karte einstecken mussten!
Mit nun zwei Spielern mehr kam der NAC mit einem Traumtor in der 83. Minute zum Anschlusstreffer, ehe sie mit der allerletzten Aktion den Ball über die Linie drückten – 2:2 nach 94. Minuten, was den Schiri veranlasste sofort abzupfeifen und das Spiel zu beenden.

Mit dieser dramatischen Wende holen also beide Abstiegskandidaten einen Punkt, der trotzdem sehr wertvoll ist.

Dadurch ist der Kontostand auf sieben Zähler angewachsen was bedeutet, dass das Schlusslicht nicht mehr über Platz 16 herauskommt in der Rückrunde – ein kleiner sowie achtbarer Erfolg, der die Winterpause ein klein wenig erträglicher macht…

16.11.2018 – 22.Bezirk/Wien
WFV-Sportanlage Hirschstetten
100 Zuschauer
2. Landesliga

 

SV Hirschstetten – Simmeringer SC 0:4 (Zweitbesuch)

 

Das Fußballjahr 2018 neigt sich spürbar immer mehr dem Ende zu. Mehrere Bundesländer wie beispielsweise Oberösterreich, Burgenland und Niederösterreich sind schon längst im Wintermodus eingetreten, aber Wien jagt traditionell ein wenig länger dem runden Leder nach und bietet somit gute Gelegenheiten für Zweitbesuche!

 

Bereits unter der Woche bekam ich von Andreas die Info, am Freitagabend dem SV Hirschstetten einen Besuch abzustatten. Dem Plan schloss ich mich nach kurzer Bedenkzeit an, weil ich besonders auf dieser Sportanlage noch eine Rechnung offen hatte:

 

In meiner (naiven) Anfangszeit als Groundhopper sah ich im Jänner 2014 schon mal ein Fußballspiel der Heimischen. Allerdings handelte es sich dabei um ein Testspiel am Kunstrasenplatz nebenan, der auch noch zusätzlich eingezäunt war!

 

Nun sollte endlich nach beinahe fünf Jahren der „richtige“ Sportplatz offiziell erledigt werden. Um 18:45 ging unsere kurze Fahrt vom Treffpunkt Korneuburg daher gemeinsam weiter, bevor wir kurz nach 19 Uhr schon die Flutlichter aus der Ferne erblickten.

 

Die Sportanlage des SV Hirschstetten wird auch vom Wiener Fußballverband (WFV) immer wieder benutzt, um unter der Woche diverse Trainingseinheiten auszutesten – vorzugsweise u.a. dem Mädchen-Leistungszentrum, kurz MLZ genannt.

 

Bei unserer Ankunft fiel sofort die ruhige Gegend auf, die mir auch beim Erstbesuch nicht entgangen ist. Nachdem das Auto sicher geparkt wurde ging es bis zum Anpfiff in die warme und beheizte Kantine, die von einer Vielzahl an Zuschauern aufgrund der Temperaturen gerne genutzt worden ist!

 

Generell ist die Infrastruktur für Wiener Verhältnisse sehr solide – sowohl für die Spieler, als auch für den Besucher selbst. Auf der belebten Längsseite machten es sich quasi 99% auf der überdachten Tribüne gemütlich oder alternativ vor dem großen Vereinshaus, dass dank Speis und Trank fast noch beliebter zu sein schien.

 

Auch die anderen Seiten waren völlig problemlos begehbar, was von mir gleich für gute Fotomotive genutzt werden musste – besonders auf der zweiten Längsseite hatte man einen schönen Blick auf das Gesamtbild auf das Spielfeld und dem dazugehörigen Hintergrund, der bei hundert Zuschauern einen guten Eindruck abgab!

 

Der SV Hirschstetten gründete sich relativ spät im Jahr 1999, kam aber ursprünglich aus einer Fusion Anfang der 90er zweier Vereine (SV Kagran & Waagner Biro) hervor. Seitdem ist der Klub bemüht, sich auch in sportlicher Hinsicht weiterzuentwickeln…

 

Vor dem Beginn der neuformierten zweiten Landesliga fand man den SVH meist im Mittelfeld der Oberliga, bevor sie sich für die neue Spielklasse qualifizierten. Seit 2014/2015 halten sie sich nun meist im unteren Mittelfeld der fünfhöchsten Spielklasse auf, die vorerst ihre letzte Saison sein könnte!

 

Mit nur drei Punkten und nur einem Sieg aus der bisherigen Hinrunde leuchtet die rote Laterne relativ hell in Hirschstetten. Das rettende Ufer ist dank anderer, schwächelnde Mannschaften nur drei weitere Zähler entfernt – aber gegen den angereisten Tabellenführer aus Simmering sprachen aber alle Statistiken gegen einen Punktgewinn, sowohl in der Defensive als auch im offensiven Bereich…

 

Zum Spiel: In einer kämpferischen Partie legten beide Mannschaften den Fokus auf das Fußball spielen. Nur zwei gelbe Karten musste der Schiedsrichter in 90 Minuten verteilen, was tatsächlich nicht allzu oft vorkommt!

Im spielerischen Aspekt machten die Gäste wie erwartet mächtig Druck und kamen regelmäßig zum Torabschluss – das schlussendliche 0:4 ist aus neutraler Sicht keine Überraschung und hätte durchaus höher ausfallen können.

 

Für den Simmeringer SC bedeuten diese drei Punkte die alleinige Tabellenführung, weil der Konkurrent aus Döbling erst am Samstag die Fußballschuhe schnüren muss.

 

Die Heimischen dagegen müssen den Fokus auf die Rückrunde legen, um kadertechnisch ein wenig nachzubessern um den Klassenerhalt doch noch irgendwie zu schaffen – theoretisch ist noch alles möglich…

11.11.2018 – 15.Bezirk/Wien
Sportplatz Schmelz
60 Zuschauer
1. Klasse A


FV Wiener Akademik – FC Vavelya 1:1

Nur wenige Stunden nach meinem erfolgreichen Tagesausflug am Vortag sollte der Sonntag im Wiener Unterhaus abgeschlossen werden. Weil sich die nahen Bundesländer Niederösterreich und Burgenland schon in der Winterpause befinden entdeckte man bei der Recherche tatsächlich noch einen Sportplatz in Wien, den ich bis dato noch immer nicht besucht hatte!

Dabei handelte es sich konkret um den Sportplatz Schmelz, wo hauptsächlich der FC Wiener Akademik seine Heimspiele austrägt. Wie ich ebenfalls herausfand, sind neben dem Sportplatz noch viele weitere Sportarten vertreten – wie beispielsweise American Football, Kegeln, Beachvolleyball und weitere vielseitige Angebote, verteilt am ganzen Gelände.

Fast schon traditionell begann das Fußballspiel um Punkt zwölf Uhr mittags, dass übrigens in der ersten Klasse A stattfand. Trotz der erst sechsjährigen Geschichte des Klubs gibt es überraschend positive Ansätze:

Im September 2012 gründete Marmat Dragan offiziell den FC Wiener Akademik wie man ihn heute kennt. Mit über zehn Jahren Erfahrung als Trainer durchlief der Herr sämtliche Jugendabteilungen was schlussendlich den Anlass markierte, auch bei seinen Herzensverein den Fokus der eigenen Jugend hochzuhalten!

Dieses Vorhaben konnte mit Bravour durchgezogen werden, denn mit insgesamt neun (!) Jugendmannschaften ist der Klub aktuell und vor allem langfristig sehr gut aufgestellt – eine Tatsache, dass einem Fußballverein schneller als erwartet in eine höhere Spielklasse bringen kann.

Nach dem Start im WFV in der Saison 2013/2014 kämpfte sich der Verein bis in die erste Klasse, wo sie in der letzten Saison nur wegen dem knappen Torverhältnis am Meistertitel scheiterten.

Aufgrund der diesjährigen Übermacht vom Rennweger SV ist dieses Jahr wohl „nur“ der zweite Tabellenplatz möglich, denn das vordere Mittelfeld ist enger denn je auf wenige Punkte zusammengerückt! Bis Platz 2-7 ist hier noch alles im Bereich des Möglichen…

Nach der unkomplizierten Parkplatzsuche ging es den Rest des Weges zu Fuß weiter zum Sportgelände, wo das reguläre Spielfeld schnell gefunden worden ist. Bis zum Anpfiff gab es noch den ein oder anderen Smalltalk mit einem Zuschauer, bevor ich mir langsam ein Bild der Infrastruktur machte!

Die zwei getrennten Tribünen auf der Längsseite füllten sich im Laufe der Partie recht ansehnlich, was auch die Zuschauerzahl bestätigt. Nur ein Bruchteil stand gegenüber in der Nähe der Spielerkabinen, die im großen Gebäude nebenan zu finden waren. Insgesamt eine recht solide Sportanlage, die wie so oft am Kunstrasen stattfand.

Zum Spiel: In einer gleichwertigen Partie hatten beide Mannschaften von Anfang an die ein oder andere Chance, um in Führung zu gehen trotz der vielen geführten Zweikämpfen. Nur wenige Minuten nach dem 1:0 für die Gäste glich die Wiener Akademik verdient aus, dessen Ergebnis sie schlussendlich über die Zeit brachten in einem flotten Mittagsspiel!

Der Punkt hilft im Endeffekt niemanden weiter, während der Tabellenführer weiterhin wegzieht und im Prinzip noch kaum einzuholen ist.

Dennoch sah ich eine schlagkräftige Mannschaft, die in den nächsten Jahren sicher mal in der Oberliga ihr Können unter Beweis stellen wird – und somit auch den nächsten Schritt des noch jungen, aufstrebenden Klubs…

10.11.2018 – Mühlgraben/Burgenland
Arena
250 Zuschauer
ll. Liga Süd


SV Mühlgraben – USVS Rudersdorf 3:0

Auch im Südburgenland ist nun die letzte Partie der Hinrunde angebrochen. Aufgrund eines Abendprogramms im benachbarten Ungarn gab es nicht mehr allzu viele Alternativen, aber trotzdem wurde ich doch noch fündig: beim SV Mühlgraben, aktiv in der fünftklassigen ll. Liga Süd!

In dieser Spielklasse sind 14 der 16 Vereine aktuell „erledigt“. Der SV Mühlgraben gehörte zu den letzten verbleibenden Klubs, aber die weite Entfernung hinderte mich bis jetzt immer daran die Anreise von knapp 2,5 Stunden (!) anzutreten.

Mit Andreas ging es daher schon um kurz nach elf Uhr in den Bezirk Jennersdorf, wo die Gemeinde am Dreiländereck liegt und gerade mal knapp 400 Einwohner zählt! Umso erstaunlicher, dass in dieser kleinen Ortschaft Fußball auf hohen Niveau gespielt wird was aber durchaus seine Gründe hat:

Wie die meisten Verantwortlichen setzt der Klub auf die Jugend von heute. Eine interessante Kooperation zwischen mehreren Vereinen ließ die „Raabtal Juniors“ entstehen, die mit ihrer U16 ungeschlagen und ohne Punktverlust den Meistertitel holten und in der Halbzeit deshalb mit großen Stolz geehrt worden sind!

Diese Info habe ich dem Obmann Thomas Wendler zu verdanken, dem ich schon unter der Woche kontaktierte und mir einen freien Eintritt spendierte. Danke dafür!

Bei unserer überpünktlichen Ankunft konnte ich mich wie gewohnt auf das Navi verlassen, dass uns zur versteckten Sportanlage brachte. Diese Zeit musste anschließend für die Parkplatzsuche genutzt werden, bevor man über eine kleine Brücke zur mobilen Kassa gelang und somit das Vereinsgelände betraten.

Über den Verein gibt es einige interessante Fakten. 1969 als „Bierschlüsselclub Mühlgraben“ (kurz BSC) gegründet, stiegen sie fünf Jahre später samt Nachwuchs und einer Frauenmannschaft in den burgenländischen Verband ein und sorgen speziell in diesen Zeiten für Furore!

In der Saison 2009/2010 spielte der SVM noch in der letzten Spielklasse. Nach mehreren Anläufen kam der Aufstieg offenbar genau zu richtigen Zeitpunkt, denn im fünften Jahr in der ersten Klasse standen sie am Ende auf Platz 1 und sind nun im „schwierigen zweiten Jahr“ bestens unterwegs mit Platz 2 in der Tabelle der ll. Liga Süd – man beachte wie schon erwähnt die Einwohnerzahl…

Mit 250 Zuschauern war vor allem die Längsseite ausgezeichnet gefüllt gegen den USVS Rudersdorf, die im einstelligen Tabellenmittelfeld zu finden sind. Die meisten Leute standen auf der Anhöhe, bei der es zusätzlich eine Kantine und Sitzreihen unter freien Himmel zu sehen gab - und ihren Zweck somit erfüllte!

Zum Spiel: Nach einer ereignislosen und ausgeglichenen ersten Halbzeit dauerte es nur zehn Minuten, bis die Heimischen die Führung bejubelten – und das nicht ganz unverdient.
Auch im weiteren Verlauf setzten sie auf ihre gute Offensive und machten gerade am Schluss den Deckel drauf mit zwei weiteren Treffern!

Diese drei Punkte haben im Endeffekt eine große Bedeutung. Aus den 15 Meisterschaftsspielen überwintert der Klub nun offiziell mit dreißig Punkten auf Rang 2, nur fünf Zähler hinter dem Winterkönig aus Eberau.

Aus neutraler Sicht wird es interessant sein zu beobachten, was in der Rückrunde alles möglich sein wird und ob der große Favorit ins Stocken gerät – wenn ja, wird der SV Mühlgraben als erster Verfolger da sein und vielleicht zuschlagen im richtigen Moment!

Zu gönnen wäre es ihnen, denn mit diesem schönen Besuch hat sich auch für uns die weite Anreise gelohnt…

10.11.2018 – Szombathelyi/Ungarn
 Haladas Sportkomplexum
8.294 Zuschauer
NB l

 

Szombathelyi Haladas – Ferencvaros TC 1:0

 

Unmittelbar nach dem Spielende in Mühlgraben kämpfte man sich ohne einen Funken Empfang direkt nach Jennersdorf, wo dank meinem aufmerksamen Mitfahrer Andreas eine Pizzeria direkt an der Hauptstraße gefunden wurde.

 

Ein Boxenstopp später hatten wir noch eine gute Stunde nach Szombathelyi, die über Landstraßen durch teils starken Nebel doch noch sicher erreicht worden ist!

 

Als erstes stand eine Besichtigung der Kathedrale an, die gerade in der Nacht besonders schön leuchtete und einen guten Eindruck vermittelte. Mit 80.000 Einwohnern ist Szombathelyi eine durchaus bekannte Stadt, speziell für uns Österreicher. Im Fußball ist der Ort ebenfalls stark vertreten:

 

1919 gegründet, hat Szombathelyi Haladas den Ruf als Fahrstuhlmannschaft. Mit 13 Abstiegen und 14 Aufstiegen ist das nicht unberechtigt, denn die größten Erfolge ist das dreimalige Erreichen des Pokalfinales - zuletzt 2002.

 

Um für die Zukunft perfekt gerüstet zu sein zog der Verein wie viele andere in der höchsten Spielklasse nach und errichtete ein völlig neues, zeitgemäßes Stadion im Wert von etwa 50 Millionen Euro. Bei meinem letzten Besuch stand an der exakten Stelle noch das alte Gerüst, nicht zu vergleichen mit dem heutigen Standard!

 

Mit einer offiziellen Kapazität von 8.600 ist auch die Größe realistisch gehalten worden. Gegen den Tabellenführer aus Budapest stand man am Ende des Tages am Rande vor einem ausverkauften Haus – knapp 8.300 Besucher füllten das Stadion fast zur Gänze abgesehen von den klassischen Pufferzonen – im Gegensatz zu den letzten Heimspielen mehr als das Doppelte.

 

Von der Kathedrale ging es für uns zu Fuß etwas mehr als ein Kilometer zum auserwählten Ziel, dass uns kurzerhand sogar in den VIP Bereich führte.

 

Dank meiner positiven Akkreditierung fand man zwar alles Mögliche wie Ticketverkäufe und diverse Eingänge, aber nur nicht den versteckten Presseeingang den wir schlussendlich über dem VIP Club (mit dem Pressechef persönlich!) doch noch pünktlich erreichten!

 

In den vergangenen Jahren etablierte sich die Mannschaft überwiegend im einstelligen Tabellenbereich. Diese Saison ist Abstiegskampf pur angesagt, denn mit nur fünf erzielten Punkten übernahmen sie die Rolle als Schlusslicht. Kein gutes Omen gegen den Tabellenführer aus Ferencvaros; die mit 5x so viel Zählern anreisten und logischerweise haushoher Favorit waren…

 

Sehr beeindruckend empfand ich beide Fanszenen, die uns einen stimmungsvollen Abend bescherten. Vor allem die Heimischen hielten mit dem vollen Gästesektor ausgezeichnet mit und zeigten große Emotionen, was angesichts der Tabellensituation nicht gerade selbstverständlich ist!

Zum Spiel: In einer fast schon langweiligen ersten Hälfte befürchtete man nichts Gutes, aber das sollte sich im zweiten Durchgang rasend schnell ändern. Mit dem Elfmeter in der 53. Minute brannte plötzlich die Luft und besonders der Führungstreffer tat der Partie unglaublich gut!

Trotz fast 70% Ballbesitz liefen die Gäste anschließend gegen eine Wand aus Verteidigern, die dem Druck nicht mehr standhielten und ihren Gegner zu Fall brachten.

Den zweiten Strafstoß hielt der Heim-Goalie vor der Fankurve sensationell, was einen weitaus größeren Jubel auslöste als der Führungstreffer selbst. Damit war das Spiel am Ende durch und es blieb bei diesem hauchdünnen Ergebnis…

 

Mit einem sensationellen 1:0 gab es auch nach Spielende einige schöne Szenen zu beobachten:

 

Nach der üblichen Welle mit der Fankurve ging es für die Spieler zur Ehrenrunde, in der man überschwänglich feierte und es zu zahlreichen Umarmungen mit den glücklichen Zuschauern kam. Auch solche Ereignisse gehören zum Fußball dazu und zeigt, dass man gemeinsam zu dem wunderbaren Sport steht und das Herz dranhängt!

 

Für uns hingegen artete der Rückweg zum Auto in einem längeren „Spaziergang“ aus, weil einige Straßen auch für Fußgänger nicht zugänglich waren. In Erinnerung bleibt trotzdem ein spannender Tag, der nach circa 13 Stunden auch schon wieder vorbei war…

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