Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt
08.04.2018 - Krsko/Slowenien
Stadion Matije Gubca
1.700 Zuschauer
1. SNL


NK Krsko - NK Olimpija Ljubljana 0:1

Knappe zwei Stunden Fahrt hatten meine Mitfahrer und ich noch vor uns, bevor wir endgültig in Krsko ankamen. Bis zum Anpfiff hatte man aber dennoch Zeit, die wie immer mit Kultur und Geschichte genutzt werden konnte!

Neben zwei Kirchen war vorallem die Aussicht auf die Burg sowie ein Abstecher in das örtliche Museum (samt Souvenirshop) ein sinnvoller Zeitvertreib, ehe es langsam an der Zeit war sich zum Stadion zu begeben. Bei der Ankunft konnte uns ein Ordner direkt einen guten Parkplatz zuweisen, der nur einige Meter hinter der großen, überdachten Haupttribüne lag.

Das der Stellenwert des runden Leders in Slowenien nicht gerade großen Anklang findet dürfte bekannt sein, aber dass sich sogar eine Stunde vor Spielbeginn relativ wenig bewegte war dann doch sehr überraschend. Dank meiner Mail an den Verein konnte am sporadisch eingerichteten Infostand mit großer Freude eine Presseweste erworben werden, während meine anderen Kollegen es sich auf der bestimmt angenehm schattigen Tribüne gemütlich machten!

Die verbleibende Zeit sollte bei einem Erstligisten eigentlich in einem Presseraum genutzt werden, aber wie fast schon erwartet gab es hier absolut nichts. Einzig ein Automat für Getränke war bei den Spielerkabinen das große Highlight für mich, ehe man langsam aber sicher feststellte das sich doch einige Zuschauer einfanden - insgesamt kamen 1.700 Zuschauer, wovon ein gewisser Teil den Anhängern aus Ljubljana geschuldet ist.

Wie auch schon bei den anderen Erstligaklubs NK Domzale oder Rudar Velenje besteht das Stadion auch hier aus einer einzigen, großen Haupttribüne die spätestens nach Beginn des Spiels fast zur Gänze gefüllt war.

Das Stadion Matije Gubca gibt es seit 1946, aber erst 34 Jahre später konnte die Haupttribüne dazugebaut werden. Der Name entstammt übrigens einem
Nationalhelden aus Kroatien, der nach den damaligen Aufständen bei der Gemeinde Krsko unter brutalen Umständen ums Leben kam - daher auch die Vergabe des Stadionnamens zu seinen Ehren!

Fußball gespielt wird beim NK Krsko schon seit 1922, das große Jubiläum rückt also immer näher. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass dem Klub im Jahr 2015 der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gelang: der langersehnte Aufstieg in die höchste Spielklasse, wo sie seitdem im unteren Mittelfeld der 10er Liga verweilen, sich aber langsam aber sicher immer mehr etablieren.

Mit NK Olimpija Ljubljana kam ein großer und bekannter Gast angereist, der die Zuschauerzahl nochmal kräftig ankurbelte. Mit aktuell 59 Punkten haben sie mehr als doppelt soviel Punkte als wie die Heimelf selbst, der Meistertitel kann folgerichtig nur mehr über O. Ljubljana gehen bei einem guten Vorsprung auf die Konkurrenten von Maribor und Domzale.

Wie erhofft machten vorallem die Fans Stimmung , die auf fast allen Seiten des bescheidenen Stadions vorhanden waren. Auf der linken Seite hatten sich einige Leute von NK Krsko versammelt um die Atmopsphäre ein wenig zu erhöhen, während der abgelegene Gästesektor und ein Teil der Tribüne ganz passabel gefüllt war. Sehr kurios empfand ich beiläufig das Wort "Derby" in dieser Begegnung, weil beide Klubs bekanntermaßen die Vereinsfarben "Grün-Weiß" tragen!

Zum Spiel: In meiner fast schon ungestörten Fotorunde konnte am Spielfeld jeweils eine Halbzeit auf einer Seite verbracht werden, die für die Ablichtungen der Heimstätte viel Wert sind. Sehr interessant gestaltete sich auch die Partie der beiden ungleichen Mannschaften, denn die Heimischen hielten durchaus mit!
Wie es im Fußball vorkommt, wird man wegen einem einzigen Fehler des öfteren spielentscheidend bestraft und verliert schlussendlich das Spiel - so auch in diesem Fall. Mit einer hauchdünnen 0:1 Niederlage mussten sich die Heimischen schlussendlich geschlagen geben, deren Leistung aber Respekt zu zollen ist.

Für die Gäste aus Olimpija Ljubljana bedeutet dieser schmutzige Sieg einiges, denn der Vorsprung könnte damit ausgebaut werden in der Tabelle. Für das letzte verbleibende Drittel zählt wie so oft jeder Punkt, um ein böses Erwachen am Schluss zu verhindern -  aber spielerisch müssen sie noch einiges drauflegen!

Wie auch beim Fußball ist es unter Groundhopperkollegen ein ständiges "Geben und nehmen" beim Reisen. Im Tausch mit den Fotos bekam ich sogar eine Eintrittskarte vom Spiel überreicht, die ich somit in meiner Sammlung weiter verewigen kann. Einen speziellen Dank dafür!

Nach dem Ende der Partie ging es am Heimweg endlich in ein Gebäude, wo das Wort "essen" ganz groß geschrieben wird und der Hunger endlicht gestillt werden konnte. Erst dann ging es endgültig wieder zurück in die eigenen Gemächer, die nach 17 Stunden des Ausfluges erschöpft aber zufrieden erreicht wurde...

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