Meine Reisen durch die Fussballwelt
Meine Reisen durch die Fussballwelt
10.11.2018 – Szombathelyi/Ungarn
 Haladas Sportkomplexum
8.294 Zuschauer
NB l
Ground #1.029


Szombathelyi Haladas – Ferencvaros TC 1:0

Unmittelbar nach dem Spielende in Mühlgraben kämpfte man sich ohne einen Funken Empfang direkt nach Jennersdorf, wo dank meinem aufmerksamen Mitfahrer Andreas eine Pizzeria direkt an der Hauptstraße gefunden wurde.

Ein Boxenstopp später hatten wir noch eine gute Stunde nach Szombathelyi, die über Landstraßen durch teils starken Nebel doch noch sicher erreicht worden ist!

Als erstes stand eine Besichtigung der Kathedrale an, die gerade in der Nacht besonders schön leuchtete und einen guten Eindruck vermittelte. Mit 80.000 Einwohnern ist Szombathelyi eine durchaus bekannte Stadt, speziell für uns Österreicher. Im Fußball ist der Ort ebenfalls stark vertreten:

1919 gegründet, hat Szombathelyi Haladas den Ruf als Fahrstuhlmannschaft. Mit 13 Abstiegen und 14 Aufstiegen ist das nicht unberechtigt, denn die größten Erfolge ist das dreimalige Erreichen des Pokalfinales - zuletzt 2002.

Um für die Zukunft perfekt gerüstet zu sein zog der Verein wie viele andere in der höchsten Spielklasse nach und errichtete ein völlig neues, zeitgemäßes Stadion im Wert von etwa 50 Millionen Euro. Bei meinem letzten Besuch stand an der exakten Stelle noch das alte Gerüst, nicht zu vergleichen mit dem heutigen Standard!

Mit einer offiziellen Kapazität von 8.600 ist auch die Größe realistisch gehalten worden. Gegen den Tabellenführer aus Budapest stand man am Ende des Tages am Rande vor einem ausverkauften Haus – knapp 8.300 Besucher füllten das Stadion fast zur Gänze abgesehen von den klassischen Pufferzonen – im Gegensatz zu den letzten Heimspielen mehr als das Doppelte.

Von der Kathedrale ging es für uns zu Fuß etwas mehr als ein Kilometer zum auserwählten Ziel, dass uns kurzerhand sogar in den VIP Bereich führte.

Dank meiner positiven Akkreditierung fand man zwar alles Mögliche wie Ticketverkäufe und diverse Eingänge, aber nur nicht den versteckten Presseeingang den wir schlussendlich über dem VIP Club (mit dem Pressechef persönlich!) doch noch pünktlich erreichten!

In den vergangenen Jahren etablierte sich die Mannschaft überwiegend im einstelligen Tabellenbereich. Diese Saison ist Abstiegskampf pur angesagt, denn mit nur fünf erzielten Punkten übernahmen sie die Rolle als Schlusslicht. Kein gutes Omen gegen den Tabellenführer aus Ferencvaros; die mit 5x so viel Zählern anreisten und logischerweise haushoher Favorit waren…

Sehr beeindruckend empfand ich beide Fanszenen, die uns einen stimmungsvollen Abend bescherten. Vor allem die Heimischen hielten mit dem vollen Gästesektor ausgezeichnet mit und zeigten große Emotionen, was angesichts der Tabellensituation nicht gerade selbstverständlich ist!
Zum Spiel: In einer fast schon langweiligen ersten Hälfte befürchtete man nichts Gutes, aber das sollte sich im zweiten Durchgang rasend schnell ändern. Mit dem Elfmeter in der 53. Minute brannte plötzlich die Luft und besonders der Führungstreffer tat der Partie unglaublich gut!
Trotz fast 70% Ballbesitz liefen die Gäste anschließend gegen eine Wand aus Verteidigern, die dem Druck nicht mehr standhielten und ihren Gegner zu Fall brachten.
Den zweiten Strafstoß hielt der Heim-Goalie vor der Fankurve sensationell, was einen weitaus größeren Jubel auslöste als der Führungstreffer selbst. Damit war das Spiel am Ende durch und es blieb bei diesem hauchdünnen Ergebnis…

Mit einem sensationellen 1:0 gab es auch nach Spielende einige schöne Szenen zu beobachten:

Nach der üblichen Welle mit der Fankurve ging es für die Spieler zur Ehrenrunde, in der man überschwänglich feierte und es zu zahlreichen Umarmungen mit den glücklichen Zuschauern kam. Auch solche Ereignisse gehören zum Fußball dazu und zeigt, dass man gemeinsam zu dem wunderbaren Sport steht und das Herz dranhängt!

Für uns hingegen artete der Rückweg zum Auto in einem längeren „Spaziergang“ aus, weil einige Straßen auch für Fußgänger nicht zugänglich waren. In Erinnerung bleibt trotzdem ein spannender Tag, der nach circa 13 Stunden auch schon wieder vorbei war…

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